Richtlinien der DGfM für Referenten

Für ihre Referenten hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V. folgende Richtlinie erlassen (Stand: 22.05.2003):

Referenten

  • sind Bindeglieder zwischen dem Präsidium der DGfM und den Pilzsachverständigen.
  • sind von der DGfM autorisiert, Pilzsachverständige auszubilden, zu prüfen und weiterzubilden.
  • vertreten die Interessen der DGfM in der Öffentlichkeit im Allgemeinen gegenüber Institutionen und Lehreinrichtungen (z.B. Volkshochschulen, Naturschutzverbänden und Behörden), soweit dies nicht Aufgaben des Präsidiums der DGfM betrifft. Sie sind jedoch keine autorisierten Sprecher der DGfM.
  • haben über den Kenntnisstand des PSV hinausgehend die unten aufgeführten Fähigkeiten und Fertigkeiten.
    Die Fähigkeiten werden vor einem Ausschuss des Präsidiums der DGfM unter Beweis gestellt. Erst dann kann vom Präsidium der Referentenstatus verliehen werden. Bei groben Verstößen gegen Satzung und Geist der DGfM und bei Verstößen gegen diese Richtlinie kann der Referentenstatus vom Präsidium widerrufen werden.
  • sind verpflichtet, sich mindestens einmal innerhalb von 6 Jahren weiter zu bilden.
    Dies geschieht durch die Teilnahme an von der DGfM ausgewiesenen Kolloquien, die zumindest anlässlich der im zweijährigen Turnus stattfindenden Internationalen Tagung der DGfM durchgeführt werden.

Mindestanforderungen an Referenten

  1. Artenkenntnis und Befähigung zur (Gift-)Pilzbestimmung
    Genaue Kenntnis der in der Anlage 1 der „Richtlinien für die Ausbildung, Prüfung und Fortbildung von Pilzsachverständigen“ genannten Gruppen und Arten mit ihren wichtigsten makro- und mikroskopischen Merkmalen (Sporenformen, -Reaktionen und -Ornamentationen sowie auffällige Zystidenverhältnisse, Huthautstrukturen usw.). Besonderer Wert wird auf die Morphologie und Anatomie der Giftpilze gelegt.
    Zugang zu einem Mikroskop und sachkundiger Umgang damit werden ebenso vorausgesetzt wie die Anwendung von Färbemitteln und mikrochemischen Reagenzien.
  2. Fragen zum Lebensmittel- und Marktrecht
    Kenntnis der befassten Teile im Deutschen Lebensmittelbuch und der tangierenden Naturschutzbestimmungen.
  3. Grundlegende Kenntnisse der mykologischen Standortkunde
    (Kartierungsprogramme, Biozönosen, Gehölzkunde, Zeigerpflanzen usw.)
  4. Fähigkeit zur Vermittlung der nachgewiesenen Kenntnisse in allgemeinverständlicher Form.

Diese Mindestanforderungen müssen nicht nur beherrscht, sondern auch in laienverständlicher Form erläutert werden können.

Eingangsprüfung und Weiterbildung

 Bei der Eingangsprüfung werden in einem Prüfungsgespräch die in den Mindestanforderungen definierten Kenntnisse abgefragt. Dazu können auch die praktische Anwendung des Mikroskops, der Einsatz von Literatur und die Behandlung von Frischmaterial gehören.

 

Das Prüfungsgespräch wird vor einem Ausschuss des Präsidiums durchgeführt, der über die Befähigung des Kandidaten befindet. Das Ergebnis wird dem Kandidat im Anschluss mitgeteilt und schriftlich bestätigt.

Kolloquium

 

Das Fortbildungskolloquium informiert über neuere Entwicklungen in der Systematik, Anatomie, Ökologie, Toxikologie, lebensmittel- und naturschutzrechtlicher Fragen.

Diese Richtlinie ist urheberrechtlich geschützt auf der Grundlage des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) vom 9. Sept. 1965, BGBl I 1965, 1273 in der zur Zeit geltenden Fassung.

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