Hermine Lotz-Winter

Kontaktdaten

Telefon privat: 
06105-42635
Email: 
hermine [dot] lotz [at] email [dot] de

Ort

Mörfelden-Walldorf
Rheinstr. 15
64546 Mörfelden-Walldorf
Deutschland
Bemerkungen: 

Beratung nach Vereinbarung

Geboren wurde ich 1956 in Villach in Kärnten. Als Kinder waren wir mit den Eltern sehr viel in der Natur und das Sammeln von Pilzen, Beeren und Heilkräutern war ein selbstverständlicher Teil des Jahresablaufs. Ein weitergehendes Interesse an Pflanzen, Pilzen und Tieren wurde von meinen Eltern, die Lehrer waren, durch Bücher über die Natur gefördert. So habe ich z.B. stundenlang in Knaurs Pilzbuch geblättert. Mein liebstes Buch war allerdings „Hannerl in der Pilzstadt“ von Anneliese Umlauf-Lamatsch. Mein botanisches Interesse wurde während der Gymnasialzeit durch Bergsteiger-Kollegen im Österreichischen Alpenverein geweckt , das erworbene Wissen konnte ich während meines Pharmazie-Studium an der Karl-Franzens-Universität in Graz von 1974 bis 1979 vertiefen. Ein ausführliches botanisches Grundpraktikum begeisterte mich schon damals für die Lichtmikroskopie.

Nach meiner Studienzeit begann ich meine berufliche Laufbahn in der pharmazeutischen Industrie, zunächst in Österreich, dann in Deutschland. Ich wohne nun seit mehr als 30 Jahren im Rhein-Main-Gebiet. Meine Töchter sind inzwischen erwachsen und es bleibt mehr Zeit für die Beschäftigung mit der Natur.

In den ersten Jahren in Deutschland befaßte ich mich mit der Pilzkunde eher im Alleingang und autodidaktisch. Der Beitritt zum Pilzverein „Pilzfreunde Südhessen Sulzbach“ im Jahr 1999 eröffnete mir den Weg in die Welt der Hobbymykologie. Ich konnte von der langjährigen Erfahrung der Vereinsmitglieder profitieren und legte im Jahr 2000 die Pilzsachverständen-Prüfung an der Schwarzwälder Pilzlehrschau ab. Seither bin ich auch Mitglied der DGfM. Im Laufe der Jahre habe ich versucht, mein Wissen durch Fortbildungskurse vorwiegend an der Schwarzwälder Pilzlehrschau zu erweitern. Ein Schwerpunkt meiner mykologischen Aktivität war in den Jahren 2004 bis 2009 die Datenerfassung und –zusammenführung sowie die taxonomische Bearbeitung der „Roten Liste der Großpilze Deutschlands“ als Beiratsmiglied in Zusammenarbeit mit Walter Pätzold, Dr. Johannes Schmitt, Brigitte Schurig, Dr. Markus Scholler und Dr. Peter Otto. Als freie Mitarbeiterin im Arbeitskreis von Prof. Dr. Meike Piepenbring an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main macht es mir viel Freude, mit den Studenten auf Exkursion zu gehen und sie bei der Feldarbeit und der anschließenden Pilzbestimmung zu unterstützen. Den „Pilzfreunden Südhessen Sulzbach“ bin ich als Schriftführerin treu geblieben.

Das Schöne an den Pilzen ist für mich einerseits das Naturerlebnis, die Freude des Sammelns und Entdeckens auf einer Exkursion, andererseits aber auch die Vielfalt der Pilze. Schon die vielen unterschiedlichen Formen, Farben und Gerüche sind faszinierend. Besonders interessant finde ich aber die Überlebensstrategien der Pilze, ihre Beziehungen untereinander und die Wechselwirkung mit anderen Lebewesen. Ich mikroskopiere sehr gerne kleine Ascomyceten, besonders Pyrenomyceten, mit denen ich mich im Moment vorwiegend beschäftige.

Ich esse auch sehr gerne Pilze.

Im Lauf der Jahre habe ich viele Pilzbegeisterte kennengelernt , sowohl Amateure als auch Berufsmykologen. Dass es sinnvoll und wünschenswert ist, möglichst viele von ihnen in einer starken Interessensgemeinschaft zu vereinen, wie sie die Deutsche Gesellschaft für Mykologie sein kann, hat sich mir während der Arbeit an der Roten Liste schmerzlich erschlossen. Das Wissen in der Öffentlichkeit und auch in Bereichen der Fachwelt – darunter Naturschutzgremien und amtlichen Stellen – über die integrative Rolle der Pilze in den Ökosystemen ist äußerst gering. Eine weitere besorgniserregende Entwicklung ist die Ausdünnung der mykologischen Lehrstühle in Deutschland. Es wird schwerer für Studenten, sich mykologisches Wissen an deutschen Universitäten anzueignen. Dies geht Hand in Hand mit einem weiteren Wissensverlust. Eine Zusammenarbeit aller mykologisch Interessierten wird immer wichtiger.

Dass dies in der DGfM in Zukunft noch besser und konstruktiver möglich sein kann, daran möchte ich während meiner Funktion als Interims-Vizepräsidentin im DGfM-Präsidium so gut wie möglich mitwirken.

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