Satzung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie e.V.

Neufassung vom 29.September 2002, außerdem hier zum Download die Geschäftsordnung für Mitgliederversammlungen.

    §1 Name, Sitz, Rechtsform, Geschäftsjahr

    1. Der Verein führt den Namen "Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V." (DGfM) im folgenden kurz DGfM genannt.
    2. Der Verein ist am 25. August 1921 unter dem Namen „Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde“ gegründet worden und ist mit Satzungsänderung vom 1.10.1977 in „Deutsche Gesellschaft für Mykologie“ umbenannt worden. Im internationalen Gebrauch kann die Bezeichnung „German Mycological Society“ verwendet werden.
    3. Die DGfM hat ihren Sitz in Karlsruhe und ist dort in das Vereinsregister unter der Nummer VR 743 eingetragen. Gerichtsstand und Erfüllungsort ist Karlsruhe.
    4. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

     

    §2 Ziele und Aufgaben

    1. Die DGfM versteht sich als Interessenvertreter aller Mykologen und Pilzfreunde Deutschlands und somit aller Berufs- und Freizeitmykologen. Sie bietet sich als solcher allen mykologisch ausgerichteten Verbänden, Vereinen und Arbeitsgemeinschaften an. In ihr finden professionelle Mykologen (Wissenschaftler der Universitäten und Fachhochschulen, öffentlicher Institute und der freien Wirtschaft) sowie Freizeitforscher, Pilzfreunde, Naturschützer und Pilzzüchter Unterstützung und eine fachspezifische Vertretung.
    2. Die DGfM ist der Erforschung des Artenbestandes mitsamt seinen ökologischen Zusammenhängen, der Systematik und Taxonomie von Pilzen verpflichtet. Sie unterstützt lokale und regionale Abeitsgruppen und Vereine, die sich mykologischen Themen widmen und fördert die Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Vereinigungen gleicher Zielsetzung.
    3. Die DGfM vertritt als nicht-staatliche Organisation den Natur- und Biotopschutz, berät Behörden und unterstützt die Erstellung von Lehrplänen und Lehrmaterial über Pilze. Sie versteht sich als zuständig in Fragen des Arten- und Biotopschutzes von Pilzen. Sie betreibt aktive Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise mit Vorträgen, ‘Pilzwanderungen’, Beteiligung am ‘Tag der Artenvielfalt’, Auswahl und Bekanntgabe des ‘Pilz des Jahres’.
    4. Die DGfM bearbeitet mit Hilfe von Fachbeiräten für die Mykologie wichtige Themenbereiche (S. § 12).
    5. Die DGfM fördert den nationalen und internationalen Gedankenaustausch durch regelmäßige Tagungen, durch die Herausgabe der Zeitschrift für Mykologie mit ihrem beigeschlossenen, vereinsbezogenen Publikationsorgan DGfM-Mitteilungen, durch die Serie Beihefte zur Zeitschrift für Mykologie sowie durch das Journal Mycological Progress. Als schnelles und modernes Vermittlungsorgan dient der DGfM eine Homepage im Internet. Die DGfM führt ein Archiv der eigenen Publikationen.
    6. Die DGfM bildet in von ihr anerkannten Einrichtungen die Pilzsachverständigen aus, prüft sie und bietet Fortbildungsveranstaltungen an. Diese gelten für Pilzsachverständige als verpflichtende Maßnahmen. Eine Prüfungsordung regelt Verlauf der Ausbildung und Prüfung. Die bestandene Abschlussprüfung befähigt zur öffentlichen Beratung (in Schulen, Volkshochschulen, Verbänden, Pilzberatungsstellen) bezüglich Essbarkeit und Giftwirkung von Pilzen und ihrer Rolle für Mensch und Umwelt. Die Pilzsachverständigen sind zur Marktpilzkontrolle befähigt, halten Vorträge und leiten Exkursionen (‘Pilzwanderungen’). Die DGfM strebt die staatliche Anerkennung der Pilzsachverständigen an.
    7. Die DGfM koordiniert die Ausbildung „Universitätsgeprüfter Fachberater für Mykologie“. Das Curriculum, an staatlichen oder von der DGfM anerkannten Institutionen angeboten, soll zu vielfältigen Gutachtertätigkeiten über Pilzbefall in/an Bauten, über Pilze in Kliniken, Nahrungsmitteln, an Werkstoffen und Kunstgegenständen befähigen. Sie beraten in ökologischen, agrarwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Fragen. Eine Prüfungsordung regelt den Verlauf von Ausbildung und Prüfung.

     

    §3 Grundsätze der Tätigkeit (Gemeinnützigkeit)

    1. Die DGfM verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung (A0).
    2. Der Verein ist selbstlos tätig; er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.
    3. Mittel des Vereins dürfen nur für die satzungsmäßigen Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.
    4. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zwecke der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.
    5. Die DGfM ist parteipolitisch neutral und vertritt den Grundsatz religiöser und weltanschaulicher Toleranz.

     

    §4 Mitgliedschaft

    1. Die DGfM hat ordentliche Mitglieder, sowie Ehrenmitglieder.
    2. Ordentliche Mitglieder können werden:
      • natürliche Personen des In und Auslandes,
      • juristische Personen, Institute, alle Vereinigungen und Institutionen, die die Bestrebungen der DGfM fördern, unter Nennung eines Vertreters.
    3. Ehrenmitglied kann werden, wer sich um die Mykologie oder um die DGfM in besonderem Maße verdient gemacht hat. Ein Ehrenmitglied wird mit einfacher Stimmenmehrheit durch die Mitgliederversammlung gewählt.

     

    §5 Aufnahme

    1. Anträge auf Mitgliedschaft sind schriftlich an das Präsidium zu richten.
    2. Über die Aufnahme entscheidet das Präsidium. Ein Aufnahmeantrag kann ohne Angabe von Gründen abgelehnt werden.
    3. Im Falle einer Ablehnung ist eine Beschwerde innerhalb einer Frist von 1 Monat möglich, über welche die nächste ordentliche Mitgliederversammlung endgültig entscheidet.

    §6 Beendigung der Mitgliedschaft

    1. Die Mitgliedschaft erlischt durch:
      • Tod
      • Austritt. Dieser muss schriftlich erklärt werden, und zwar unter Einhaltung einer Frist von 3 Monaten zum Schluss eines Geschäftsjahres.
      • Streichung. Diese kann der Vorstand beschließen, wenn ein Mitglied mit mehr als einem Jahresbeitrag trotz zweimaliger schriftlicher Mahnung im Verzug ist,
      • Ausschluss. Diesen kann die Mitgliederversammlung beschließen, wenn sich ein Mitglied schuldhaft grob vereinsschädigend verhält.
    2. Der Austritt aus der DGfM hebt die Verpflichtung zur Zahlung fällig gewordener Beiträge nicht auf.

    §7 Rechte und Pflichten der Mitglieder

    1. Die Mitglieder haben Sitz und Stimme in der Mitgliederversammlung, haben das Recht, an den Veranstaltungen der DGfM teilzunehmen und erhalten regelmäßig kostenlos die „Zeitschrift für Mykologie“ mit den DGfM-Mitteilungen.
    2. Jedes Mitglied und die Ehrenmitglieder sind wahlberechtigt und wählbar.
    3. Die Mitglieder zahlen einen Beitrag, dessen Höhe von der Mitgliederversammlung in der Beitragsordnung festgelegt wird.
    4. Der Vorstand kann in besonderen Fällen den Beitrag teilweise oder ganz erlassen.

     

    §8 Ordnungen

    Für die Mitglieder der DGfM gelten außer dieser Satzung noch folgende Ordnungen, die nicht Bestandteil dieser Satzung sind:

    1. Geschäftsordnung für die Mitgliederversammlung,
    2. Beitragsordnung,
    3. Ordnung zur Ausbildung, Prüfung und Fortbildung von Pilzsachverstandigen der DGfM,
    4. Prüfungsordnung für den „Universitätsgeprüften Fachberater für Mykologie“,
    5. Geschäftsordnung für das Präsidium,
    6. Geschäftsordnung für die Fachbeiräte.

    Die Ordnungen unter 1. und 2. werden von der Mitgliederversammlung mit einfacher Mehrheit der erschienenen Mitglieder beschlossen bzw. geändert. Die Ordnungen unter 3., 4., 5. und 6. werden vom Präsidium beschlossen.

     

    §9 Organe des Vereins

    Die Organe des Vereins sind:

    1. die Mitgliederversammlung,
    2. das Präsidium.

     

    §10 Mitgliederversammlung

    1. Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ der DGfM. Mitglieder ab 16 Jahren und Ehrenmitglieder haben je eine Stimme. Eine Stimmenübertragung in der Mitgliederversammlung ist nicht möglich. Juristische Personen entsenden einen stimmberechtigten Vertreter.
    2. Der Präsident beruft die Mitgliederversammlung ein, wenn dies erforderlich ist, mindestens aber alle 2 Jahre. Sie ist vom Präsidenten schriftlich oder durch Veröffentlichung in den DGfM-Mitteilungen unter Mitteilung der vom Präsidium aufgestellten Tagesordnung unter Einhaltung einer Ladungsfrist von einem Monat einzuberufen. Anträge der Mitglieder zur Mitgliederversammlung können schriftlich mit Begründung bis spätestens zwei Wochen vor dem Termin der Mitgliederversammlung beim Schriftführer eingereicht werden.
    3. Die Leitung in der Mitgliederversammlung übernimmt der Präsident, im Falle seiner Verhinderung ein Mitglied des Präsidiums in der Reihenfolge wie in § 11 Abs. 1 aufgeführt oder ein von der Mitgliederversammlung gewählter Vertreter.
    4. Die Mitgliederversammlung ist beschlussfähig, wenn mindestens 25 Stimmberechtigte anwesend sind. Ist die Mitgliederversammlung nach Abs. 4 nicht beschlussfähig, so kann mit derselben Tagesordnung gemäß Abs. 2 eine neue Mitgliederversammlung einberufen werden, die ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden stimmberechtigten Mitglieder beschlussfähig ist.
    5. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung ist einzuberufen
      • auf Beschluss des Präsidiums,
      • auf schriftlichen unter Angabe der Gründe gestellten Antrag von mindestens einem Zehntel der Mitglieder. Die Einberufung muss unverzüglich nach den Vorschriften des Abs. 2 erfolgen. Der außerordentlichen Mitgliederversammlung stehen die gleichen Befugnisse zu wie der ordentlichen.
    6. Die Mitgliederversammlung fasst ihre Beschlüsse mit einfacher Stimmenmehrheit der erschienenen Mitglieder. Für die Feststellung der Stimmenmehrheit ist allein das Verhältnis der abgegebenen Ja- zu den Neinstimmen maßgebend; Stimmenthaltung und ungültige Stimmen bleiben außer Betracht. Beschlüsse über Satzungsänderungen bedürfen einer Zweidrittel-Mehrheit der erschienenen Stimmberechtigten. Satz 2 dieses Absatzes gilt entsprechend.
    7. Die Durchführung von Wahlen regelt die Geschäftsordnung für Mitgliederversammlungen
    8. Aufgaben der Mitgliederversammlung sind:
      • Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes des Präsidiums und dessen Entlastung.
      • Wahl des Präsidiums.
      • Wahl der Kassenprüfer.
      • Beschlussfassung über Änderung der Satzung und der Geschäftsordnung für Mitgliederversammlungen.
      • Festsetzung von Beiträgen.
      • Ernennung von Ehrenmitgliedern und Ehrenpräsidenten.
      • Beschlussfassung über die Auflösung des Vereins.
    9. Über jede Mitgliederversammlung ist eine Niederschrift anzufertigen. Sie ist vom Schriftführer oder einem Stellvertreter und dem Leiter der Mitgliederversammlung zu unterzeichnen.

    §11 Präsidium

    1. Das Präsidium besteht aus:
      • Präsident
      • zwei Vizepräsidenten
      • Schriftführer
      • Schatzmeister
      • Beauftragter für Pilzsachverständige
      • Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit
      • Beauftragter für Naturschutzfragen und Jugendarbeit

      Es wird für die Dauer von 2 Jahren gewählt.

    2. Das Präsidium im Sinne des § 26 BGB besteht aus Präsident, zwei Vizepräsidenten, Schriftführer und Schatzmeister (geschäftsführendes Präsidium).
    3. Das geschäftsführende Präsidium führt die Geschäfte der DGfM und verwaltet das Vereinsvermögen. Zur Gültigkeit rechtsgeschäftlicher Erklärungen ist die Mitwirkung des Präsidenten oder eines Vizepräsidenten jeweils in Gemeinschaft mit einem weiteren Präsidiumsmitglied des geschäftsführenden Präsidiums erforderlich und ausreichend.
    4. Sitzungen des Präsidiums werden vom Präsidenten, im Falle seiner Verhinderung von einem Vizepräsidenten einberufen. Das Präsidium ist mit mehr als der Hälfte seiner Mitglieder beschlussfähig. Den Vorsitz führt der Präsident, im Falle seiner Verhinderung einer der beiden Vizepräsidenten. Das Präsidium beschließt mit einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Präsidenten.
    5. Das Präsidium bleibt bis zur Neu oder Wiederwahl im Amt. Scheiden bis zu zwei Präsidiumsmitglieder während der Amtszeit aus, so kann sich das Präsidium für den Rest der Amtszeit durch Wahl neuer Mitglieder ergänzen. Bei der nächsten Mitgliederversammlung muss jedoch eine Neuwahl vorgenommen werden. Scheiden mehr als zwei Präsidiumsmitglieder aus, so hat die Neuwahl des gesamten Präsidiums durch eine außerordentliche Mitgliederversammlung unverzüglich zu erfolgen.
    6. Das Präsidium ist berechtigt, ständig oder von Fall zu Fall Fachbeiräte einzusetzen und diesen Sonderaufgaben zu übertragen. Mitglieder des Präsidiums können ihnen angehören. Die Sprecher der Fachbeiräte werden zumindest einmal pro Jahr zur Präsidiumssitzung eingeladen, um über den Fortgang der Arbeiten berichten zu können.

    §12 Fachbeiräte

    1. Das Präsidium entscheidet über die Einsetzung eines Fachbeirates und legt den Themenbereich fest, der sich an den Zielen der DGfM orientieren muss. Solche Fachbeiräte werden aufgabenorientiert bezeichnet, wie etwa ‘Fachbeirat Pilzflora Deutschland’ oder „Fachbeirat für Lehr- und Lernmittel’, etc.
    2. Das Präsidium bittet zwei bis drei Mitglieder der DGfM, den Fachbeirat als Leitungsgremium eigenverantwortlich zu führen. Dieses Leitungsgremium kann je nach Bedarf weitere Mitglieder, aber auch Experten außerhalb der DGfM zur Mitarbeit einbeziehen. Das Leitungsgremium bestimmt aus seinen Reihen einvernehmlich einen Sprecher.
    3. Die Sprecher werden zumindest einmal pro Jahr zur Vorstandssitzung eingeladen. Neben dem Fortgang der Arbeit sollen auch weitere Ziele und eventuell nötige Kursänderungen besprochen werden.
    4. Nach erfolgreicher Bearbeitung der Thematik, oder wenn das Präsidium zu der Ansicht kommt, die Thematik sei aus wichtigen Gründen nicht mehr zu verfolgen, wird auf Beschluss des Präsidiums der Fachbeirat aufgelöst.

    §13 Landes- und Regionalbeauftragte

    1. Um die Tätigkeit der Vereine und Arbeitsgemeinschaften effizienter zu gestalten, kann das Präsidium der DGfM insbesondere auf Anregung eines Vereins oder einer Arbeitsgemeinschaft einen DGfM Beauftragten für die betreffende Region benennen. Der Beauftragte ist dem DGfM Präsidium rechenschaftspflichtig.
    2. Der DGfM Beauftragte ist Ansprechpartner der Arbeitsgemeinschaften und Vereine in der betreffenden Region. Er pflegt den Kontakt zu Behörden und Ämtern und berät die Vereine und Arbeitsgemeinschaften in fachlichen und organisatorischen Fragen.

    §14 Kassenprüfer

    Jede ordentliche Mitgliederversammlung wählt zwei Kassenprüfer, denen jederzeit eine Überprüfung der Kassenführung der DGfM zu gewähren ist. Sie haben auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung über das Ergebnis ihrer Prüfung zu berichten.

    §15 Auflösung

    1. Über die Auflösung der DGfM kann nur eine außerordentliche Mitgliederversammlung beschließen, zu der die Mitglieder unter schriftlicher Ankündigung des Versammlungszweckes und Einhaltung einer Ladungsfrist von acht Wochen einzuladen sind. Ein Auflösungsbeschluss bedarf zu seiner Wirksamkeit einer Drei Viertel Mehrheit der erschienenen Mitglieder.
    2. Bei Auflösung des Vereins fällt das Vereinsvermögen an eine Körperschaft des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung.
    3. Der Empfänger muss das Vereinsvermögen im Benehmen mit dem zuständigen Finanzamt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützig verwenden.

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