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  DGfM -> Publications -> DGfM-Mittlg -> Mai 1996 -> Pilzvergiftung
   
   
 

6. Jahrgang, Nr. 1 (Mai 1996)
Beilage zur Zeitschrift für Mykologie

DGfM-Mitteilungen

für Pilzsachverständige (Pilzberater),
Mitarbeiter der PILZKARTIERUNG 2000,
pilzkundliche Arbeitsgemeinschaften und Vereine,
sowie für alle DGfM-Mitglieder

 
 

Eine Pilzvergiftung mit Hygrophoropsis aurantiaca

Harry Andersson

Am 24.09.1995 wurde ich telefonisch vom Kreiskrankenhaus A. über eine mutmaßliche Pilzvergiftung durch Pfifferlinge informiert.

Die Patientin berichtete, daß sie, wie schon seit mehreren Jahren, nur Pfifferlinge gesammelt habe. Die Pilze sammelte sie in einem Mischwald. Die Mahlzeit hatte sie zwischen 12.30 - 13.00 Uhr eingenommen. Die Symptome -Hautkribbeln und -jucken, Übelkeit, Durchfall und leichtes Erbrechen traten gegen 14.00 Uhr auf. Die in den Zeiten vorher gesammelten "Pfifferlingsmahlzeiten" waren symptomlos geblieben. Ihr Ehemann und ihre Mutter hatten ebenfalls an dieser Mahlzeit teilgenommen, fühlten sich aber wohl und zeigten auch später keine Symptome.

Zur Artbestimmung wurden mir Putzreste roher Fruchtkörper, zubereitete Pilze sowie Erbrochenes übergeben. Sowohl die makroskopische als auch die mikroskopische Untersuchung aller Proben ergab, daß es sich ausschließlich um Hygrophoropsis aurantiaca (Wulf. ex Fr.)R.Mre. (Falscher Pfifferling) handelte. Die Symptome der Patientin klangen gegen 18.30 Uhr wieder ab.

Die Patientin hat wahrscheinlich seit mehreren Jahren Hygrophoropsis aurantiaca mit Cantharellus cibarius verwechselt. Flammer & Horak (1983) führen den falschen Pfifferling unter Pilzindigestion auf. Wegen der geschilderten Magen-Darm-Symptome in Verbindung mit Hautjucken könnte es sich hier um eine allergische Reaktion gehandelt haben. Die Gattungen Paxillus, Hygrophoropsis und Omphalotus bilden die Familie der Paxillaceae. Hygrophoropsis aurantiaca wird in einigen Pilzbüchern als eßbar bezeichnet.

Literatur:
FLAMMER,R. & E.HORAK (1983), Giftpilze - Pilzgifte: 34-46.

   
     
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