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6. Jahrgang, Nr. 2 (Dezember 1996)
Beilage zur Zeitschrift für Mykologie

DGfM-Mitteilungen

für Pilzsachverständige (Pilzberater),
Mitarbeiter der PILZKARTIERUNG 2000,
pilzkundliche Arbeitsgemeinschaften und Vereine,
sowie für alle DGfM-Mitglieder

 
 

Leserbriefe

 

W. Herzig Apolda (Ausschnitte):

"1. Meine Meinung zum Leserbrief J.Schliemann:

... Die Zerfallsprodukte der Kernfusion und deren Transport im Wasser tun ihr übriges. Das Meerwasser ist voller Leben, aber dort nun nicht mehr. Hat der Herr schon mal was von Ökosystem und Biozönose gehört?

2. zu Prof.Heyke:

A) ... Ein drastischer Stil muß jedoch nicht gleich schlecht sein. Die Erkenntnis über die Notwendigkeit desselben liegt 100 Jahre zurück, oder kennen Sie Heinrich Heine nicht?

B) Ein Boulevard-Blättchen wird sich kaum für ökologische Probleme interessieren.

C) Irrtum Ihrerseits: Einen besseren Informations- und Pressewart können wir uns nicht wünschen.

D) Wenn Sie drei Kernfusionen in freier Natur in einer relativ kurzen Periode nicht als Umweltproblem erkennen, frage ich mich, was das sonst ist. Wenn der atomare Holocaust erst da ist, den man mit einer liberalen Haltung fördert, brauchen wir uns über "Umweltprobleme" nicht mehr zu unterhalten.

E) Warum fühlen Sie sich bedroht? Die sogenannten "hysterischen, neurotischen und sektiererischen Strömungen" sind weiter nichts als der Gegendruck der Bürger wegen einer ungesunden Politik. Das wird nicht zur "kollektiven Psychose" führen. ..."

A. Bollmann, Stuttgart:

"Da haben Sie ja einiges einstecken müssen an polemischer Kritik. Ich hoffe, es wirft Sie nicht um!"

P. Reil, Bösingen:

"Ihr damaliges 'Atom-Editorial' empfand ich als Äußerung eines Natur-Liebenden über die ihm und vielen anderen (auch ganzer Staaten) gefährlich und sinnlos erscheinenden Atomtests. Es ist ein legitimes Recht seine Meinung frei zu äußern, auch (oder gerade) in einer Fachzeitschrift.

Daß nicht jeder mit selbiger Meinung einverstanden ist, dies auch in Leserbriefen äußert, ist genauso in Ordnung.

Jedoch vermisse ich bei einigen Zuschriften die Sachlichkeit, die fachlichen Argumente. Zu schnell werden statt dessen Vokabeln wie untragbar, geringe Kenntnis, neurotisch, hysterisch, .... gebraucht. Der Ruf nach dem von oben verordneten Maulkorb wird laut, der Pressewart soll nur das äußern was (wem?) gefällt, oder nur was unverfänglich scheint. Die DGfM solle auf ihn verzichten. (Ob der Leserbriefschreiber auch bereit wäre, den Posten mitsamt den anfallenden Arbeiten zu übernehmen?).

Ich jedenfalls kann und will mir eine "meinungsfreie" Zeitschrift für Mykologie nicht vorstellen. Ich muß nicht mit allen Äußerungen konform gehen, auch im fachlichen Teil nicht! Wissenschaft wird schließlich durch These und Antithese lebendig. Dadurch gibt es Bewegung und Fortkommen.

Die "Gelben Seiten" sind ein wichtiges Forum für den Meinungsaustausch unter den Mitgliedern und müssen es auch bleiben. Machen Sie weiterhin Ihre Arbeit so gut und engagiert wie bisher, Herr Ebert. ...

...ganz persönlich bin ich der Ansicht, daß Sie Ihre Arbeit sehr gut machen. Es wird immer Leute geben, die einen persönlich angreifen und diffamieren, weil sie mit irgend etwas nicht einverstanden sind, was man geäußert hat. ... Ich wünsche Ihnen, daß Sie sich nicht davon abbringen lassen, Ihren eingeschlagenen Weg weiter zu gehen."

N.Heine, Grund:

"...weiterhin...Mut zur persönlichen Meinungsäußerung! Auch und gerade wenn die dargebotenen persönlichen Meinungen und Ausdrucksformen keine ungeteilte Zustimmung finden (so wie es Herr J.Schliemann, Aumühle/Hamburg gerne hätte).

Nur so können doch konstruktive Diskussionen entfacht werden! Folglich ist nicht Ihr Beitrag das "Ärgernis", sondern viel eher die von Arroganz und Zynismus geprägte Entgleisung des Herrn Prof.Heyke."

Anmerkung des Schriftleiters:

Um die Diskussion über Atomtests, Meinungsfreiheit, aber auch zu meiner Person zum Abschluß zu bringen, zitiere ich zwei Meldungen, die erste aus verschiedenen Nachrichtensendungen deutscher Fernseh-anstalten:

"Am 13.01.1996, eine Woche vor dem Besuch des französischen Präsidenten Chirac im Vatikan, spricht sich der Pabst öffentlich gegen Atomversuche aus, ohne allerdings ein bestimmtes Land zu nennen."

Ich befand mich also mit meiner Meinung nicht in "schlechter Gesellschaft".

Die zweite Meldung entnehme ich einer Schlagzeile der Zeitschrift GEO, Heft 8/1996:

"112 Journalisten wurden 1995 weltweit wegen ihrer Berichterstattung inhaftiert und 50 ermordet."

So gesehen, und in Anbetracht meiner einstimmigen Wiederwahl in der Mitgliederversammlung am 5. Oktober in Bad Mergentheim, bin ich doch ganz gut "weggekommen", oder?

Heinz-J. Ebert

Zum Thema "Entlohnung für Pilzsachverständige":

W.Herzig, Apolda:

Auch ich habe mich in der Giftnotrufzentrale Jena eintragen lassen und wäre froh, wenn bei einem eventuellen, aber nicht erhofften Einsatz eine genau berechnete Aufwandsentschädigungsrechnung erfolgte. Wenn allerdings manche Leute vorher zu uns kommen, wäre das für sie wesentlich billiger und gesünder. Ich habe jedenfalls die Feststellung gemacht, daß die Trinkgelder bei der Pilzberatung proportional mit der gefundenen Menge an Giftpilzen im Korb stehen.

   
     
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