Die Qualität von Frischpilzen im Handel ist häufig schlecht, teils ist die empfindliche Ware bereits verdorben. Mit den Verbraucherschutztafeln der DGfM kann jede Kundin und jeder Kunde den Zustand der wichtigsten Marktpilze beurteilen und so ihre bzw. seine Gesundheit schützen.

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie warnt zum Beginn der Pilzsaison vor verdorbenen Frischpilzen im Handel. „Bis zu 30 Prozent aller Pilzvergiftungen gehen auf den Verzehr verdorbener Speisepilze zurück“, berichtet Prof. Dr. Siegmar Berndt (Paderborn) vom Fachausschuss „Pilzverwertung & Toxikologie“ der DGfM. Sein Kollege Georg Müller (Ganderkesee) hat deshalb Verbraucherschutztafeln entwickelt, damit auch Laien die Qualität von Wald- und Zuchtpilzen einordnen können: www.dgfm-ev.de/tafeln.

Ein Set besteht aus fünf Tafeln und behandelt die wichtigsten Marktpilze: Pfifferlinge, Zucht-Champignon, Maronenröhrling, Steinpilze und Seitlinge. Anhand der Abbildungen und Beschreibungen lassen sich der Frischegrad, der Alterungszustand, die Essbarkeit und die Verkehrsfähigkeit von Frischpilzen überprüfen und bestimmen. Die Verbraucherschutztafeln liegen gedruckt im DIN-A4-Format vor und können über die Geschäftsstelle zum Selbstkostenpreis bezogen werden: www.dgfm-ev.de/ap.

Die im Handel angebotenen Wildpilze wie Pfifferlinge und Steinpilze stammen überwiegend aus Osteuropa, weil sie hierzulande weitgehend durch die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) geschützt sind. Aber die teils mehrtägigen Transportwege fordern häufig ihren Tribut: Die Fruchtkörper bekommen rissige Hutränder, unansehnliche braune Flecken, ein glasig marmoriertes Fleisch und verströmen einen unangenehmen Geruch. In folierten Schalen verpackte Pilze werden zudem schnell schmierig und sind durch das feuchte Mikroklima anfällig für Schimmel.

Berndt, der DGfM-Toxikologe, weiß: „Bei gehandelten Pilzen kann eine Unterbrechung der Kühlkette während des Transports und bei der Zwischenlagerung fatale Folgen haben. Auch beim Sammeln in Plastiktüten können Pilze schon verderben, wenn sie zu lange unsachgemäß aufbewahrt werden. Durch die Kontamination mit Bakterien, Schimmelpilzen und Eiweißzersetzungsprodukten kommt es zu einer Lebensmittelvergiftung, die sich nach ½ bis 2 Stunden mit Erbrechen und Durchfällen äußert.

 

Video-Tipp:

Wir empfehlen Interessierten die Fernsehsendung „daheim + unterwegs“ vom 08.09.2016. Darin erklärt der Pilzsammler Ralf Dahlheuser kompetent und verständlich, woran Sie verdorbene Pilze im Supermarkt erkennen können. Die Videoaufzeichnung soll in der Mediathek des WDR noch bis zum 08.09.2017 verfügbar sein.

Bilder

Makellose Pfifferlinge auf dem Markt als lose Ware

Makellose Pfifferlinge auf dem Markt als lose Ware | Bild: Hans Braxmeier