Der Bestand der Schleiereule wird durch den Rückgang naturnaher Wälder bedroht.

Schleiereule, Eulenauge, Blaugestiefelter Schleimkopf
Cortinarius praestans (Cord.) Gill. 1874

Die Schleiereule ist eine leicht kenntliche Art aus der in Mitteleuropa mit weit über 700 Arten vertretenen Gattung der Schleierlinge. Sie ist in weiten Gebieten Deutschlands recht selten und fehlt in Norddeutschland völlig. Mit über 20 cm Hutbreite ist die Schleiereule nicht nur die größte Art der Gattung; sie ist auch sehr wohlschmeckend und in der Schweiz und in Frankreich ein beliebter Marktpilz. Schwermetallbelastung der Fruchtkörper und die Möglichkeit der Verwechslung mit anderen hochgiftigen Schleierlingsarten lassen die Schleiereule jedoch in einem zweifelhaften Licht erscheinen. Vom Sammeln zu Speisezwecken ist deshalb dringend abzuraten.

Durch die indigofarbenen Fruchtkörper ist der Blaue Rindenpilz unverkennbar.

Blauer Rindenpilz
Terana caerulea (Lam.) Kuntze 1891

Krustenförmig wachsende Pilze aus der künstlichen Sammelfamilie der Corticiaceae sind nicht jedermanns Sache. Ihre Bestimmung kann in den allermeisten Fällen nur mikroskopisch bewerkstelligt werden. Zudem sind Corticiaceae oft recht unscheinbar und von ihrem Aussehen her unattraktiv. Den Blauen Rindenpilz kann man jedoch schon aufgrund seiner wunderschönen indigofarbenen Fruchtkörper einfach nicht übersehen. Der Altmeister unter den Corticiologen, der Schwede John Eriksson, sagt vom Blauen Rindenpilz: „Es ist die Corticiacee, die am einfachsten zu erkennen ist“.

Aufgrund der dunklen Hutfarbe wird der Bronze-Röhrling auch Schwarzhütiger Steinpilz genannt.

Bronze-Röhrling, Schwarzhütiger Steinpilz
Boletus aereus Bull. 1789

Der Bronze-Röhrling, auch Schwarzhütiger Steinpilz genannt, ist ein stattlicher Pilz aus der Verwandtschaft der Steinpilze. Mit ihm soll auf eine seltene und damit in ihrem Bestand gefährdete Pilzart aufmerksam gemacht werden. Der Gewöhnliche Steinpilz (Boletus edulis) ist bei entsprechender Witterung in unseren Wäldern leicht zu finden, und er ist das Objekt der Begierde jedes Pilzsammlers. Einen Bronze-Röhrling zu entdecken, ist hingegen eine echte Glückssache. Er gehört zu den schönsten Überraschungen, die ein Pilzfreund auf seinen Streifzügen durch unsere Wälder erleben kann.

Die Puppen-Kernkeule fruktifiziert an verpuppten Insektenlarven.

Puppen-Kernkeule
Cordyceps militaris (L.) Fr. 1818

Orangegelb leuchtet ein keulenförmiger Pilz im Grün der Wiese. Nur wenige Zentimeter ist er groß, fast hätten wir ihn übersehen. Ist es eine Keule der Familie Clavariaceae, also ein Ständerpilz (Basidiomycota)? Nein, das kann nicht sein, denn wir sehen die Öffnungen von dicht unter der Oberfläche liegenden Kammern (Perithecien), die angefüllt sind mit mikroskopisch kleinen Sporenschläuchen (Asci). Es handelt sich also um einen Schlauchpilz (Ascomycota). Vielleicht ist es ein Holzkeulenpilz? Holzkeulenpilze (Xylariales, Ascomycota) sind jedoch normalerweise schwarz und, wie ihr Name schon sagt, sie leben auf Holz. Vielleicht wächst unser Pilz auf im Boden vergrabenem Holz? Wir schauen nach. Mehr oder weniger gut erkennbar finden wir an der Basis des Stiels im Boden verborgen eine tote, durch Fäden des Pilzes mumifizierte Schmetterlingspuppe. Wir haben es mit einem parasitischen Pilz zu tun, der als kleine, Pilzfäden bildende Spore in lebende Insekten eindringt, die Tiere abtötet und die Kraftstoffe des Insektenkörpers für die Entwicklung keulenförmiger Fruchtkörper nutzt. Es handelt sich um die Puppen-Kernkeule (Cordyceps militaris).

Ästiger Stachelbart, Buchenstachelbart, Eiskoralle
Hericium coralloides (Scop.) Pers. 1794

Wer das Glück hat, ihn zu finden, bleibt erstaunt stehen und überlegt: Wie kommen diese Korallen bloß hierher, in diesen deutschen Buchenwald? Bizarr geformt, unendlich verzweigt und blendend weiß – so wie sie sonst nur in einem Südseeatoll anzutreffen sind; hier thronen sie aber auf einem alten, dicken, halb vermoderten Buchenstamm? Es ist ein Pilz!
Oftmals erreicht er mehr als 20 cm im Durchmesser, er entspringt einem dicken Strunk, verzweigt sich in immer feinere Äste, an denen sich seine Sporen bilden. Jedes kleine Ästchen bildet Hunderte davon. Sie sind es, die wiederum an alten Buchen auskeimen, ein feines Geflecht, ihr Myzel, im Holz bilden und den Stamm vermorschen lassen.

Bei feuchter Witterung öffnet sich die Außenhülle des Wettersterns sternförmig.

Wetterstern
Astraeus hygrometricus (Pers.) Morgan 1889

Eine zuverlässige Wettervorhersage ist ein alter Menschheitstraum. Jahrhunderte lang vertraute man auf den bekannten „Wetterfrosch“ im Glas, auf Fichtenzapfen, die ihre Schuppen spreizen, auf hoch oder tief fliegende Schwalben – und auf einen sternförmigen Pilz, dem man den ehrenvollen Namen Wetterstern verlieh.
Der Wetterstern wächst zunächst als unterirdische Kugel mit einer zweischichtigen Hülle heran, die sich – kaum aus dem Boden lugend - in eine äußere und eine innere Schicht aufspaltet. Das sternförmige Aufreißen reifer Fruchtkörper wird von der Luftfeuchtigkeit gesteuert: Bei feuchter Witterung löst sich die äußere Schicht von der inneren, reißt sternförmig auf und hebt den eigentlichen Sporenbehälter, eine dünnhäutige Kugel mit kleiner, zentraler Öffnung, empor. Trockene Luft kehrt den Vorgang um: Die „Arme“ des Wettersterns schließen sich wieder um den Sporenbehälter.

Echter Hausschwamm, Tränender Hausschwamm
Serpula lacrymans (Wulfen) P. Karst. 1884

Seit jeher gehört der Echte Hausschwamm zu den gefürchtetsten Schädlingen in Gebäuden, gebärdet er sich doch nicht selten unberechenbar, selbst in Fällen, wenn er schon erfolgreich bekämpft schien. Schon 1789 wird im Allgemeinen Magazin für die bürgerliche Baukunst „Von der Verhütung und Vertilgung des laufenden Schwammes in dem Holzwerke der Gebäude“ berichtet. 1866, 1885 und 1912 erschienen umfangreiche Abhandlungen über Leben, Vorkommen und die zerstörerische Wirkungsweise des Pilzes, und auch heute noch wird an ihm geforscht.

Papageigrüner Saftling (Hygrocybe psittacina) | Foto: Rosemary Winnall, commons.wikimedia.org, CC-BY-SA 2.5

Papageigrüner Saftling, Papageiensaftling
Hygrocybe psittacina (Schaeff.) P. Kumm. 1871

Die bunten Saftlinge wurden bereits als „Orchideen unter den Pilzen“ gezeichnet: Knallrote, rosafarbene, gelbe, violette, braune, graue und weiße Arten gibt es – und eben ihn, den „papageigrünen“. Er ist ein exotisch anmutender Pilz mit feucht glänzend-grünem Hut, der im Alter oft ins Gelbliche ausblasst und selten breiter als 5 cm wird; mit gelben Lamellen und einem glatten, tiefgrünen bis ocker-orangefarbenen Stiel, der wie der Hut bei Feuchtigkeit schmierig-schleimig ist. Für den Kochtopf ist er dagegen nicht geeignet.

Das im Orangefuchsigen Raukopf enthaltene Orellanin zerstört die Nieren.

Orangefuchsiger Raukopf, Orangefuchsiger Schleierling
Cortinarius orellanus Fr. 1838

Er gehört nicht zu den auffälligen Pilzen im Lande, und er kommt auch nicht überall vor. Dennoch sollte ihn jeder kennen, der beim Sammeln von Speisepilzen keine unliebsamen Überraschungen erleben will: Der Orangefuchsige Raukopf (Cortinarius orellanus) ist einer der gefährlichsten Giftpilze Europas und rangiert auf der Skala der lebensbedrohenden Arten gleichauf mit den gefürchteten Knollenblätterpilzen.

Die unterirdisch wachsende Mäandertrüffel ist essbar, roh aber wie viele Pilze giftig.

Mäandertrüffel, Stachelsporige Mäandertrüffel, Deutsche Trüffel
Choiromyces meandriformis Vittad. 1831

„Theophrastus hatte die Trüffel als Werk von Blitz und Regen betrachtet, und Porphyrus als das der Götter selbst. Sie flößte allen, die sich mit ihr beschäftigten, Demut, Respekt und Bewunderung ein.“ So beschreibt der amerikanische Schriftsteller Gustaf Sobin in seinem Roman „Der Trüffelsucher“ die geheimnisvolle Aura eines Pilzes, der seit alters her die Menschen fasziniert sei es als truffle (engl.), la truffe (franz.) oder tartufo (ital.).