Im Gegensatz zum rothütigen Fliegenpilz hat der Königs-Fliegenpilz einen braunen Hut.

Königs-Fliegenpilz, Brauner Fliegenpilz
Amanita regalis (Fr.) Michael 1904

Den (Roten) Fliegenpilz (Amanita muscaria) kennt jedes Kind, der Königs-Fliegenpilz fristet dagegen ein Schattendasein. Er hat eine braune statt einer roten Hutoberfläche. Er ist wenig bekannt, weil er so selten ist. Die Seltenheit beruht auf der Tatsache, daß er nur im natürlichen Areal der Fichte vorkommt. Dort, wo die Fichte nur angeforstet, aber nicht ursprünglich heimisch ist, findet man keine Fruchtkörper des Königs-Fliegenpilzes. Er ist also seinem Baumpartner nicht in fremde (Forst-)Gebiete gefolgt. Die Verwechslung mit dem essbaren Perlpilz (Amanita rubescens) führte gelegentlich zu Vergiftungsfällen. Dem braunen Königs-Fliegenpilz ähnlich sind auch der ebenfalls giftige Pantherpilz (Amanita pantherina) und der ungenießbare Graue Wulstling (Amanita spissa).

Die hellgraue Hutfarbe des Satanspilzes kontrastiert mit den roten Stielfarben.

Satansröhrling, Satanspilz, Teufelspilz
Boletus satanas Lenz 1831

„Es war eine bange, grausenvolle Nacht.“  So resümiert Dr. Harald Othmar Lenz die Schilderung einer Vergiftung mit einem bis 1830 noch unbekannten Pilz. Er gibt ihm in seinem 1831 erschienen Buch „Die nützlichen und schädlichen Schwämme, nebst einem Anhange über die isländische Flechte“ den Namen Satanspilz. Die Rache des Wissenschaftlers, die Erinnerung an einen Totenschädel, die der kahle weiße Hut erweckt, oder der Aasgeruch, den alte Fruchtkörper verströmen – aus dem Buch von Lenz geht nicht hervor, was ihn zu dieser Namensgebung bewogen hatte.

In Hochlagen kommt das seltene, bundesweit geschützte Schweinsohr vor.

Schweinsohr, Purpurleistling
Gomphus clavatus (Pers.) Gray 1821

Der beliebte, aber rare und immer seltener werdende Speisepilz erinnert an den bekannten Pfifferling. Wie bei diesem besteht seine Fruchtschicht aus Leisten. Er kommt vor von der Tiefebene bis in montane und subalpine Hochlagen, wobei letztere deutlich bevorzugt werden. Wenn auch selten kommt das Schweinsohr in ganz Europa vor und gehört in Deutschland zu den geschützten Arten. Der Name ist von seiner eigentümlichen Form abzuleiten.

Violettgrüne Hutfarben und biegsame Lamellen kennzeichnen den Frauen-Täubling.

Frauentäubling, Violettgrüner Frauentäubling, Blautäubling
Russula cyanoxantha (Schaeff.) Fr. 1863

Der Frauen-Täubling, der wegen seiner schönen Farben auch Grünvioletter Täubling genannt wird, hat im Gegensatz zu den anderen Arten dieser Gattung keine brüchigen, sondern weiche, biegsame Lamellen. Diese „Anschmiegsamkeit“ soll der Grund dafür sein, daß der Frauen-Täubling seit etwa 1920 so genannt wird. Er ist einer der besten Speisepilze dieser Gattung und erfreulicherweise nirgends selten. Er ist von der Meeresküste bis in subalpine Lagen verbreitet. Dort lebt er in Symbiose mit vielerlei Baumarten, wobei die Rotbuche als Lebenspartner bevorzugt wird.

Die Hutoberfläche des Habichtspilzes zeigt grobe, dunkel zugespitze Schuppen.

Habichtspilz, Habichtsstacheling, Rehpilz
Sarcodon imbricatus (L.) P. Karst. 1881

„Der Hut fleischig, nabelförmig, hellbraun mit dicken, fast aufrechten, dunkleren Schuppen bedeckt; die Unterseite des Hutes mit sehr spitzen, dichtstehenden, gelblichen Schuppen besetzt; der Strunk kurz, dick, glatt, gelblich, nicht in der Mitte des Hutes, sondern mehr seitwärts stehend. Wächst zur Herbstzeit in Nadelwäldern; ist eßbar.“ So beschrieb im Jahre 1840 der Lehrer für Naturgeschichte am Magdalenen-Gymnasium zu Breslau, Samuel Schilling, im „Gemeinnütziges Handbuch der Botanik oder Gewächskunde“ den Habichtspilz, ohne freilich zu ahnen, daß die 1921 gegründete Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) über 150 Jahre später diese Art zum „Pilz des Jahres 1996“ ausersehen sollte.

Konsolenartiger Fruchtkörper des Zunderschwamms am Stamm einer Moor-Birke

Zunderschwamm
Fomes fomentarius (L.) Fr. 1849

Der Zunderschwamm steht auf keiner „Roten Liste“, ist weder ausgestorben, noch vom Aussterben bedroht und auch nicht ernsthaft gefährdet. Trotzdem hat ihn die Deutsche Gesellschaft für Mykologie zum Pilz des Jahres erkoren. Die mehrjährigen korkig-zähen Fruchtkörper wachsen breit hufförmig, umgekehrt konsolenförmig an totem Holz, werden bis zu 30 cm breit und bis zu 20 cm dick. Die braune bis graue Oberseite ist wellig-rillig gezont und hat eine harte Kruste. Die hell bis dunkelbraune Unterseite besteht aus einer glatten, feinen Porenschicht, unter der in dünnen Röhren die Sporen heranreifen.

Die Eichen-Rotkappe (Leccinum aurantiacum) kommt unter Eichen und anderen Laubbäumen vor. | Foto: Georg Müller

Eichen-/Laubwaldrotkappe, Braunschuppige Rotkappe
Leccinum aurantiacum (Bull.) Gray 1821

Infolge des dramatisch voranschreitenden Artenrückganges, auch bei Pilzen, hat sich die DGfM entschlossen, erstmals einen „Pilz des Jahres“ auszurufen. Für das Jahr 1994 ist es Leccinum quercinum (Bull.) Gray 1821, die Eichenrotkappe, auch Rotkäppchen genannt. Dieser Pilz soll auf besonders gefährdete Pilzarten und ganze Gattungen hinweisen, nämlich diejenigen, die in einer Wurzelsymbiose (Mykorrhizza) mit derzeit ebenfalls stark gefährdeten Baum- und Straucharten leben. Diese Mykorrhizza gewährleistet nicht nur die gegenseitige Ernährung der beiden Partner, sondern auch den Schutz vor Krankheiten und die Abwehr von Parasiten und Schädlingen.