Das mykologische Lebenswerk einer vergessenen Autorin: Johanna Schultze-Wege (1844-1918)

Die umfangreichen und breit angelegten mykologischen Arbeiten von Johanna Schultze-Wege sind weitgehend unbekannt geblieben. Einige floristische Publikationen von ihr erschienen zwischen 1900 und 1905. Es sind im Wesentlichen unkommentierte Artenlisten von fruchtkörperbildenden Basidiomyceten, die in der Umgebung von Weimar gesammelt und aquarelliert wurden. Der Nachlass, der teils im Herbarium Haussknecht1, teils im Pilzreferenzzentrum2 der Friedrich-Schiller-Universität deponiert ist, umfasst zahlreiche Aquarelle von Pflanzen und Pilzen, einige exsikkierte Pilze, zahlreiche Skizzen, Notizen, Abschriften und Manuskripte. Dieses Material ermöglicht es auch, die publizierten Pilzfunde der Autorin wenigstens teilweise korrekt zu bewerten. Eine grobe Auswertung des Nachlasses, umfassende Literaturrecherchen und archivalische Studien ermöglichten es, das gesamte mykologische Lebenswerk von J. Schultze-Wege im Kontext zur zeitgenössischen Mykologie der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zu skizzieren und eine Biographie der Autorin zu erarbeiten. Besonders wichtig sind neben den Aquarellen und Exsikkaten zwei Manuskripte, die als Vorlagen für Buchpublikationen angelegt, aber nicht im Druck erschienen sind. Um Interessenten einen Zugang zu wichtigen Teilen des Originalmaterials zu ermöglichen, werden einige Teile des Nachlasses, insbesondere Aquarelle, von J. Schultze-Wege digitalisiert und online bereitgestellt (http://www. prz.uni-jena.de).
Autor: Dörfelt H. & M. Eckart
Jahr: 2009
Ausgabe: Z. Mykol. 75(2)
Seiten: 231–256
gehört zu Heft: Z. Mykol. 75(2)
Schlagworte: History of mycology; Johanna Schultze-Wege; Basidiomycetes, Agaricus


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