Die Pilze in der unveröffentlichten Flora des Baikalgebietes von Georg Wilhelm Steller (1709-1746)

G. W. Steller (1709-1746) stand von 1737 bis zu seinem Tod in russischen Diensten an der Petersburger Akademie der Wissenschaften und nahm an der „Großen Nordischen Expedition“ (1733-1743) teil. Im Jahr 1739 entstand seine bisher unveröffentliche „Flora Irkutensis“ in der von insgesamt ca. 1150 Sippen 77 als Pilze, excl. der ca. 45 lichenisierten, als Flechten geführten Arten, verzeichnet sind. Die vorliegende Arbeit beinhaltet die Übersetzung der von Steller lateinisch verfassten Beschreibungen, deren Bewertung nach Gesichtspunkten der aktuellen Pilzsystematik und der aktuellen Situation der Pilzflora im Untersuchungsgebiet Stellers. Mehrere Arten der Gattungen Agaricus, Amanita, Boletus, Buchwaldoboletus, Coltricia, Cortinarius, Pomes, Hydnum, Hygrophorus, Kuehneromyces, Lactarius, Laricifomes, Leccinum, Morchella, Phyllotopsis, Piptoporus, Pleurotus, Poronia und Trametes können mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenwärtig akzeptierten Arten oder wenigstens Artengruppen zugeordnet werden. Aktuelle mykofloristische Studien im Sammelgebiet Stellers zeigen, dass sowohl das Aufkommen als auch die Nutzung von Speisepilzen in den vergangenen nahezu 300 Jahren unverändert geblieben sind. Einige der Pilzfunde Stellers, insbesondere die Nachweise von Buchwaldoboletus lignicola und Phyllotopsis nidulans, sind mykogeographisch von Interesse und vervollständigen die Kenntnisse zur Verbreitung dieser Arten.
Autor: Heklau H, Dörfelt H
Jahr: 2017
Ausgabe: Z. Mykol. 83(1)
Seiten: 23-77
gehört zu Heft: Z. Mykol. 83(1)
Schlagworte: Sibirien, Baikalsee, mykologische Untersuchungen, Georg Wilhelm Steller, 18. Jahrhundert


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