Effuse und effus-reflexe Basidiomyceten des Mittleren Saaletals (Thüringen)und ihre Beziehungen zu verschiedenen Waldgesellschaften

Von 1999-2003 wurden in verschiedenen Waldgesellschaften des Mittleren Saaletales in Thüringen effuse und effus-reflexe Basidiomyceten untersucht. Das Untersuchungsgebiet wird durch eine große Vielfalt von Bodenarten des Muschelkalkes und des Buntsandsteins geprägt. Die insgesamt 550 Funde umfassen 143 Arten, von denen 82 den Corticiaceae s.l., 41 den Poriaceae s.l., 5 den Hymenochaetaceae, 4 den Coniophoraceae, 4 den Thelephoraceae, 4 den Tremellaceae, 2 den Tulasnellaceae und 1 den Cyphellaceae angehören. Die holzbewohnenden Pilze besiedelten mindestens 22 verschiedene Substrate. Fagus war das häufigste Substrat, gefolgt von Quercus und Pinus. Totholz von Laubholzarten wurde sechsmal häufiger besiedelt als Totholz von Nadelholzarten, obwohl 53 % der Bäume des Untersuchungsgebietes (UG) Koniferen darstellen. Insgesamt konnten 116 der gefundenen Arten bestimmten Waldgesellschaften zugeordnet werden. Im UG zeigen Buchenwaldgesellschaften den größten Reichtum an Arten der untersuchten Pilzgruppe. Besonders hohe Artenzahlen verzeichnen die frischen bismäßig trockenenGesellschaften (Hordelymo-Fagetum, Galio-Fagetum). Aber auch die imGebiet vorhandenen Galio-Carpineten (Eichen-Hainbuchenwälder) besitzen eine hohe Artenzahl. Das gleiche trifft auf die Uferbegleitgehölze der Saale zu. Koniferenforste zeigen ein vergleichsweise reduziertes Artenspektrum. AlleWaldbiotope des UG sind durch forstliche oder ähnliche Nutzungen charakterisiert. Die Stärke der Bindung einzelner Arten an die untersuchten Waldgesellschaften wird dargestellt.
Autor: Nüske, A.; Hirsch, G.
Jahr: 2008
Ausgabe: Z. Mykol. 74(2)
Seiten: 273-294
gehört zu Heft: Z. Mykol. 74(2)
Schlagworte: Aphyllophorales, Basidiomycetes, corticioide Pilze, Ökologie, poroide Pilze, Substratpräferenz, Thüringen., Waldgesellschaften


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