Ein mykologischer Blick auf Pflanzenfotos in „Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs“ von SEBALD et al. (1993 - 1998)

Botaniker sammeln häufig und unabsichtlich Pflanzen mit Pilzbefall. Mykologen nutzen deshalb Pflanzenherbarien mitunter als Datenquelle für die Verbreitung und die Wirtspräferenzen pflanzenparasitischer Kleinpilze. Anhand der Fotos der achtbändigen Flora von Baden- Württemberg (SEBALD et al. 1993-1998) wurde untersucht, inwieweit auch gut illustrierte Florenwerke entsprechende Informationen bieten. Auf 25 der rund 2.200 Fotos sind Pilze erkennbar. Bis zur Art bestimmt werden konnten acht davon, darunter die Rostpilze Puccinia lagenophorae (auf Senecio vulgaris), P. malvacearum (auf Malva neglecta) und Coleosporium campanulae auf Campanula baumgartenii, einer matrix nova aus den Nordvogesen. Die Originalfotos der drei Arten werden mit markierten Merkmalen abgebildet. Die Ergebnisse zeigen, dass es hilfreich wäre, wenn in Floren wirtsspezifische Begleitorganismen wie obligat-parasitische Pilze in Text und Bild stärker berücksichtigt und gleichzeitig die fotografierten Pflanzen in Herbarien belegt würden, nicht nur um nach Kleinpilzen zu suchen, sondern auch um eine sichere Nachbestimmung der Pflanze zu ermöglichen.
Autor: Scholler, M.
Jahr: 2010
Ausgabe: Z. Mykol. 76(1)
Seiten: 67-74
gehört zu Heft: Z. Mykol. 76(1)
Schlagworte: Baden-Württemberg, Neomycetes, plant herbaria, plant illustrations, Plant parasitic microfungi, Uredinales


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