Erstnachweis von Geoglossum arenariumam Großen Arber im BayerischenWald

Die Sand-Erdzunge (Geoglossum arenarium,Ascomycota), konnte im Jahr 2004 erstmalig für das zentraleuropäische Binnenland an einem Wuchsort im Hinteren Bayerischen Wald nachgewiesen werden. Die Fundstelle befindet sich am nördlichen Oberhang des Großen Arber in einer Höhe von etwa 1400 mü.NN. Dieser südlichste Fundpunkt wird als Reliktvorkommen aus der letzten Eiszeit interpretiert. Die Art lässt sich anatomisch deutlich von dem ähnlichen Geoglossum atropurpureum (= Thuemenidium atropurpureum) trennen und zeigt auch in ihrer Ökologie Unterschiede zu dieser. Sie ist stets eng mit Arten aus den Pflanzenfamilien Empetraceae und Ericaceae (Ericales) vergesellschaftet und auf saure, sandige Böden beschränkt. Zusammen mit ihr konnte auch die Heidekeule (Clavaria argillacea) gefunden werden. Geoglossum arenarium ist in Deutschland eine extrem seltene und vom Aussterben bedrohte Art, die auch am neu entdeckten Fundort durch die potentielle Zerstörung ihres Habitates bedroht ist.
Autor: Beenken, L.; Horn, K.
Jahr: 2008
Ausgabe: Z. Mykol. 74(1)
Seiten: 119-126
gehört zu Heft: Z. Mykol. 74(1)
Schlagworte: Ascomycota, Bavarian Forest, Clavaria argillacea, Geoglossaceae, Geoglossum arenarium, Geoglossum atropurpureum, glacial relict, Mount Großer Arber


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