Pilze im Kronenraum lebender Bäume – 5 Jahre mykologische Biodiversitätsforschung am Leipziger Auwald Kran

Obwohl die Kronenregionen von tropischen und temperaten Wäldern seit über 20 Jahren intensiv erforscht werden, so spielten mykologische Projekte darin bislang keine oder nur eine untergeordnete Rolle. Im Rahmen des Leipziger Auwaldkran-Projekts zur ökologischen Erforschung der Kronenregion eines innerstädtischen Auenwaldgebiets wird seitmehr als 5 Jahren mykologische Biodiversitätsforschung betrieben. Diese Forschungsaktivitäten sind bislang sowohl für die Waldökosystemforschung, als auch für die mykologische Forschung einmalig. Aus Höhen zwischen 10 und 33 Metern über dem Waldboden wurden unterschiedliche Substrate analysiert, um neue Erkenntnisse über Vielfalt, Vergesellschaftung und Ökologie von holzbewohnenden Pilzen, Schleimpilzen und blattbewohnenden endophytischen Pilzen zu gewinnen. Zwei umfassende Erkenntnisse ergaben sich aus den bisherigen Studien: 1. Der Kronenbereich von temperaten Laubmischwäldern beherbergt vielfältige und individuenreiche Pilzgesellschaften. 2. Alte Bäume mit einem hohen Totholzanteil in den lebenden Baumkronen, vor allem Quercus robur (Stieleiche) und Tilia cordata (Winterlinde) sind essentiell für die Erhaltung der pilzlichen Biodiversität in solchen Waldökosystemen.
Autor: Unterseher, M.; et al.
Jahr: 2008
Ausgabe: Z. Mykol. 74(2)
Seiten: 203-220
gehört zu Heft: Z. Mykol. 74(2)
Schlagworte: Artenvielfalt, Baumkronen, endophytische Pilze, Holz bewohnende Pilze, Myko-Ökologie, Schleimpilze und Schleimpilz ähnliche Organismen.


Zurück