Terana coerulea in Mecklenburg-Vorpommern: Ein historisch interessanter Beleg aus dem 19. Jahrhundert in den Pilzsammlungen des ehemaligen Greifswalder Universitätsherbariums (KR ex GFW)

Die Pilzsammlungen der Universität Greifswald (GFW), seit kurzem inkorporiert in das Pilzherbarium des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (KR), enthalten einen großen Anteil an Belegen aus dem 19. Jahrhundert, von denen die meisten noch nicht inventarisiert, geschweige denn ausgewertet wurden. Zu den Belegen gehört ein Exemplar des holzzersetzenden Blauen Rindenpilzes (Terana coerulea), der im Dorf Boltenhagen in Vorpommern in einem Gebäude gesammelt wurde. Es ist der erste und bisher einzige Nachweis aus Mecklenburg-Vorpommern und gleichzeitig der nördlichste in Deutschland. In dieser kurzen Studie wird versucht, Informationen, die nicht auf dem Etikett angegeben wurden, so zum Substrat, zur Sammelzeit und zum Sammler, zu ermitteln. Als Sammler wurde ein Gärtner namens Tesch vom Gut Boltenhagen identifiziert, der den Pilz vermutlich in den 1850er Jahren auf Eichenholz gesammelt hat. Obwohl wenig über ihn bekannt ist, dürfte er der wichtigste Pilzflorist des 19. Jahrhunderts im ehemaligen Neuvorpommern gewesen sein. Die frühere und die rezente Verbreitung von T. coerulea in Deutschland werden verglichen und diskutiert.
Autor: Scholler M, Miggel B, Schneider A, Starke S & Schnittler M
Jahr: 2016
Ausgabe: Z. Mykol. 82(2)
Seiten: 481-492
gehört zu Heft: Z. Mykol. 82(2)
Schlagworte: cobalt crust fungus, German distribution, changing fungus flora, global warming, public herbaria, Boltenhagen, Tesch, Julius Münter


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