Was ist ein Basidiomycete?

1. Basidiomyceten können an ihren Meiosporangien erkannt werden. 2. Ist die Morphologie der Basidien stark abweichend oder fehlen diese Organe, so sind weitere Leitmerkmale zu prüfen: vegetative Ballistosporen, Schnallensepten, Doliporen; auch diese Charakteristika können fehlen. 3. Alle bisher transmissionselektronenmikroskopisch untersuchten Zellwände von Basidiomyceten sind mehrfach feinlamellär geschichtet; sie unterscheiden sich damit vom zweischichtigen Aufbau der Ascomyceten-Zellwand. 4. Bei Hefeknospung reißt die Mutterzellwand kragenförmig und zerfranst auf; Ascomyceten-Hefen knospen durch Ausdünnen der Mutterzellwand. 5. Neben licht- und elektronenoptisch feststellbaren Merkmalen sollten künftig chemische Eigenschaften stärker berücksichtigt werden: Zellwandzusammensetzung, Antigene der Zellwand, Ge-Verhältnis der DNA, Urease-Aktivität, Sideramine, Enzym-Spektren der trp-Synthese, Farbreaktionen des Diazonium Blau B-Typs, Coenzym Q-Muster, extrazelluläre Polysaccharide. 6. Kritische Gruppen können kaum ohne Kenntnis des gesamten Ontogeniezyklus, der karyologischen Phänomene und der Lebensweise richtig verstanden werden. 7. Nach den derzeit verfügbaren Daten'sind Ustilaginales, Tilletiales, Sporobolomycetales, Cryptococcales, Exobasidiales und Cryptobasidiales Basidiomyceten.
Autor: Oberwinkler, F.
Jahr: 1978
Ausgabe: Z. Mykol. 44(1)
Seiten: 13-29
gehört zu Heft: Z. Mykol. 44(1)
Schlagworte: ballistospores, basidia, Basidiomycetes, Cryptobasidiales, Cryptococcales, Exobasidiales, fruitbodies, gasteromycetation, Heterobasidiomycetes, Homobasidiomycetes, hyphae, Sporobolomycetales, taxonomy, yeasts
Download: ZM441013Oberwinkler.pdf 8,48 MB


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