Wirtsbeziehungen Ektomykorrhizapilze und ihre Symbiosepartner

Die Ektomykorrhiza-Symbiose ist einer der faszinierendsten Phänome in Wald-Ökosystemen. Faszinierend schon deshalb, weil nur wenige Wirtsgehölze einer überwältigenden Vielfalt von Ektomykorrhizapilzen gegenüberstehen, zumindest in unseren temperaten Breiten. Die Annahme, dass beide Partner durch den Austausch von Nährstoffen und Sekundärmetaboliten automatisch profitieren, ist sicher zu simpel. Beide Partner müssen ihre „lnteressen” laufend austarieren, damit es zu keiner einseitigen Ausbeutung kommt. Es gibt unter beiden Partnern Generalisten und Spezialisten, und es scheint, dass über eine Vernetzung der Hyphen ein mutualistisches Konsortium geformt wird, das plastisch auf Herausforderungen sich dauernd verändernder Umweltbedingungen reagieren kann. Dies würde erklären, warum unsere Wald-Ökosysteme relativ stabil bzw. erholungsfähig sind, trotz teils harscher Klimabedingungen. Wir sind noch weit davon entfernt, diese Phänomene im Einzelnen zu verstehen. Die hier angeschnittenen Hypothesen bedürfen deshalb weiterer Bestätigung, also Forschung.
Autor: Halbwachs H
Jahr: 2017
Ausgabe: Z. Mykol. 83(2)
Seiten: 349-356
gehört zu Heft: Z. Mykol. 83(2)
Schlagworte: Ektotropher Mutualismus, Hyphennetzwerk, Marktmechanismen, Generalisten, Spezialisten, mutualistisches Konsortium, Widerstandsfähigkeit von Okosystemen


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