Wo sind die Pfifferlinge vom letzten Jahr geblieben? Einblicke in die Ökologie der Fruchtkörperbildung von Ektomykorrhizapilzen

Ektomykorrhizapilze fruktifizieren in wenig vorhersehbarer Weise. Es gibt deutliche Schwankungen zwischen Jahren und Örtlichkeiten. Dies liegt einerseits an unterschiedlichen Lebensstrategien der Arten. Andererseits sind Ökosysteme, Habitate und letztlich Ökologische Nischen anhaltenden, auch zufälligen Veränderungen unterworfen. Darauf reagieren Ektomykorrhizapilze mit konkurrenzbedingten Abundanzänderungen bzw. Abwanderung in andere geeignete Nischen. Zentraler Mechanismus sind Störungen, die Habitate umgestalten und Nischen verändern können. Dazu gehören Großereignisse wie z.B. Windwurf, periodische Änderungen im abiotischen und biotischen Umfeld und kleinteilige, zufallsgesteuerte Störungen, wie Bodenveränderungen durch Nager (Wühlen) oder durch Menschen (Bodenverdichtung). Letztlich sehen wir einen stetigen Wandel der Zusammensetzung von Ektomykorrhizapilz-Gemeinschaften, aber bei natürlichen Störungen in der Regel keine Minderung des Artenreichtums, im Gegenteil.
Autor: Halbwachs H, Bässler C
Jahr: 2017
Ausgabe: Z. Mykol. 83(1)
Seiten: 157-166
gehört zu Heft: Z. Mykol. 83(1)
Schlagworte: Makromyzeten, Störung, Ökosystem, Habitat, Nische, Änderung der Artenzusammensetzung, Artenreichtum, Fruktifikation


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