Abschneiden oder Herausdrehen?

Grundsätzlich nimmt das Pilzmyzel im Boden durch das Sammeln der oberirdischen Fruchtkörper keinen Schaden. Dabei ist es egal, ob die Pilze abgeschnitten oder herausgedreht werden. Es empfiehlt sich aber, Pilze vorsichtig dem Boden zu entnehmen, da sich an der Stielbasis oft wichtige Merkmale befinden, die sonst im Wald verbleiben wie zum Beispiel die Scheide des Grünen Knollenblätterpilzes (Amanita phalloides).

Vor dem Hineinlegen in den Korb sollten Sie die Pilze aber grob putzen, bei manchen Arten ist die schleimige Huthaut abzuziehen.

Auf bekannte Arten beschränken

Sammeln Sie nur Pilzarten, die Sie sicher kennen.

Von unbekannten Pilzen können Sie 2–3 Exemplare in möglichst unterschiedlichen Entwicklungsstadien mitnehmen und zu Hause in Ruhe bestimmen. Bewahren Sie unbekannte Pilze getrennt von den Speisepilzen auf, da selbst kleine Teile eines tödlich giftigen Pilzes den ganzen Korb verderben können.

Nur frische Pilze mitnehmen

Sammeln Sie nur gesunde, frische Pilze und lassen sie überalterte und zu große Exemplare stehen. Diese sind kein Genuss mehr und können durch bereits beginnende Zersetzung sogar zu einer Lebensmittelvergiftung führen. Dennoch sind sie eine wertvolle Sporenquelle für die nächste Generation. Nehmen Sie hinsichtlich der Qualität nur die Pilze mit, die Sie auch auf dem Markt kaufen würden.

Bei ganz kleinen Pilzen sind oft die Merkmale noch nicht ausgebildet – lassen Sie diese in Ruhe groß werden, für den nächsten Sammler.

Maßvoll sammeln

Pilze nehmen im Ökosystem Wald sehr vielfältige ökologische Rollen wahr. Sammeln Sie mit Sinn und Verstand – keiner ist auf die Pilze angewiesen, um nicht zu verhungern.

Auch für Pilze gelten Naturschutzregeln: Viele Speisepilze wie Steinpilze, Rotkappen und Pfifferlinge stehen unter Naturschutz und dürfen nur in kleinen Mengen für den Eigenbedarf gesammelt werden. Richtgröße sind ca. 1–2 kg pro Sammler und Tag. Einige Arten sind auch total geschützt.

Locker aufbewahren

Sammeln Sie die Pilze in einen Korb, damit die Pilze luftig liegen können. Völlig ungeeignet sind Plastiktüten, da die Pilze darin „schwitzen“ und sehr leicht in Zersetzung übergehen.

Sonstige Verhaltensregeln

Bitte beachten Sie auch folgende Regeln:

  • Parken Sie Ihre Autos an den dafür vorgesehenen Parkplätzen. Straßenränder und Einfahrten von Waldwegen gehören nicht dazu.
  • Sollten Sie einen Hund mitführen, nehmen Sie ihn an die Leine. Dies ist aus Rücksicht gegenüber anderen Waldbesuchern und dem Wild geboten.
  • Bewegen Sie sich im Wald rücksichtsvoll, betreten Sie keine Schonungen und frisch gepflanzte Bereiche. Meiden Sie Waldstücke, in denen offensichtlich Forstarbeiten stattfinden.
  • Im Wald nicht rauchen und lärmen, Tiere nicht beunruhigen oder einfangen, Vogelnester und Ameisenhaufen in Ruhe lassen, Pflanzen und Bäume nicht beschädigen und jagdliche sowie forstliche Einrichtungen respektieren und nicht betreten.
  • Bitte lassen Sie keinen Müll oder Abfall im Wald zurück und nehmen Sie alles, was Sie mitgebracht haben, auch wieder mit nach Hause. Sollten Sie Abfall im Wald sehen, vollbringen Sie eine gute Tat und nehmen sie diesen mit, um ihn im nächsten Mülleimer zu entsorgen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg bei Ihrem Gang durch den Wald. Genießen Sie die Natur und ermöglichen Sie es ebenso anderen Besuchern, den faszinierenden Lebensraum Wald zu erleben.

Foto: W. Prüfert