Herr Peter Roland, Leipzig, war mit einer Vergiftung durch den Spindelfüßigen Riesenegerling befasst. 3–3,5 Stunden nach dem Verzehr der gedünsteten Pilze kam es zu einem sehr heftigen gastrointestinalem Syndrom begleitet von Ohrensausen und Zittern.

Gifthäubling (Galerina marginata) | Foto: Edward Barge (landsnorkler), commons.wikimedia.org, CC-BY-SA-3.0

Herr Karl-Heinz Joke, Gaildorf, konnte auf Grund mikroskopischer Untersuchung des Erbrochenen von Vater und 10-jährigem Sohn und noch vorhandener Putzreste neben verschiedenen Speisepilzen Galerina marginata nachweisen.

Pantherpilz (Amanita pantherina) | Foto: H. Krisp, commons.wikimedia.org, CC-BY-SA-3.0

Herr Georg Simrock, Fuldabrück, musste sich um die sehr schwere Vergiftung einer Frau kümmern, die nach seiner Untersuchung von Pilzresten in einem Abfalleimer Pantherpilze verzehrt und bewusstlos auf die Intensivstation eines Krankenhauses gebracht worden war. Nach 3 Tagen konnte sie auf eine Normalstation verlegt werden.

Blaugrünverfärbender Kahlkopf (Psilocybe cyanescens) | Foto: Caleb Brown, MushroomObserver.org, CC-BY-SA-3.0

Herr Frank Demmler, Lauter/Sa., berichtete über die Vergiftung einer Frau im Oktober 2009 mit Blaugrünverfärbenden Kahlköpfen, die sie in ihrem Garten (auf Rindenmulch?) gefunden und davon eine Handvoll als „Stockschwämmchen“ (!) gebraten und gegessen hatte.

Spindeliger Rübling (Gymnopus fusipes) | Foto: Davide Puddu, MushroomObserver.org, CC-BY-SA-3.0

Herr Jesko Kleine aus Leipzig berichtete über zwei schwere, nach Latenzzeiten von 5 und 7 Stunden aufgetretene gastrointestinale Vergiftungen (3 Tage Intensivstation). Die Angaben in den gängigen Pilzbüchern reichen von essbar über ungenießbar bis giftig (kurze Mitteilung im Tintling Nr. 60, S. 76, 2009).

Kahler Krempling (Paxillus involutus) | Foto: Strobilomyces, commons.wikimedia.org, CC-BY-SA-3.0-migrated

Herr Fritz Krauch und Ehefrau, Bad Wünnenberg, und ich waren bereits im Februar 2009 mit Pilzvergiftungen befasst. Drei Russlanddeutsche – Vater, Tochter und Sohn – hatten im Herbst gesammelte und sauer eingelegte „Pfifferlinge“ verzehrt.

Wegen vermeintlichem Schwangerschaftserbrechen wurde die 22-jährige gravide Frau zunächst in der Frauenklinik untersucht und erst nach mehreren Stunden in eine Innere Abteilung verlegt. Sie litt ebenso wie ihr Bruder, der zu Hause geblieben war, an einem vorübergehenden gastrointestinalen Syndrom ohne Folgen.

Am 16.9.2009 fand ein Pilzfreund in seinem Garten ein paar Pilze. Sie waren unterirdisch gewachsen und von einem Marder, wie die Spuren zeigten, freigekratzt worden. Die Pilzkenntnisse des Pilzfreundes sind nicht schlecht. Sein „Taschenbuch für Pilzfreunde“ von Bruno Hennig (1968), aus dem Gustav Fischer Verlag in Jena hat er fleißig gelesen. Dort steht auf Seite 30: „Wer einige Male Trüffeln entdeckt hat, hört mit dem Suchen nicht mehr auf”. In späteren Ausgaben fehlt diese Passage. Sehr lange schon hat er sich gewünscht, Trüffeln zu finden.