Herr Volker Buch, Langen, und Herr Manfred Lorenz, Jonsdorf, berichteten über ein „Antabus-Syndrom“ mit klassischem Verlauf und Ausprägung nach Genuss von Stachelschirmlingen und Alkohol bei einem Ehepaar und einer Einzelperson.

Den ersten mir bekannt gewordenen Fall eines Ehepaares hatte Erhard Ludwig, Berlin, (2009) beschrieben (Der Tintling 61, S. 69). Auf einer Fortbildungsveranstaltung der GIZ München im November 2010 teilte mir Frau Bettina Haberl, München, zwei weitere Vergiftungen aus dem Jahre 2010 mit. Alle Betroffenen hatten die Stachelschirmlinge mit Parasole verwechselt.

Bei der von E. Ludwig am Leibnitz-Institut in Halle veranlassten Untersuchung seiner (geruchlosen!) Kollektion konnte kein Coprin nachgewiesen werden (persönliche Mitteilung von Dr. Norbert Arnold, Abteilung für Pflanzenbiochemie), sodass die Wirkung eines anderen, unbekannten Azetaldehyd-Dehydrogenase-Hemmstoffes vermutet werden muss, nach dem weiter geforscht wird.

Coprin wurde bisher nur in Tintlingen, mit höchsten Werten im Faltentintling, nachgewiesen.

Prof. Dr. Siemar Berndt, DGfM-Toxikologe

 

Großer Stachelschirmling (Lepiota aspera) | Foto: Wolfgang Prüfert