Herr Dr. Sascha Gebhardt (geb. 1973 in Eberbach) kam nach dem Studium der Biologie an der TU Darmstadt (Diplomarbeit bei Frau Prof. Schwabe-Kratochwil) im Sommer 2001 nach Cottbus, um im Rahmen eines BIOLOG-Verbundvorhabens eine Doktorarbeit über Mykorrhizapilze anzufertigen. Das Hauptaugenmerk seiner Arbeit war auf die Biodiversität der Organismen und hier insbesondere die räumliche und zeitliche Struktur der Ektomykorrhizapilzgemeinschaft gerichtet.


Die Dissertation konnte Herr Gebhardt erfolgreich am 13.10.2005 verteidigen. Als Gutachter der Arbeit traten Prof. Dr. Dr. h.c. R.F. Hüttl (Cottbus) und Prof. Dr. W. Heyser (Bremen) auf. Die Arbeit wurde magna cum laude bewertet.
Unter dem Titel "Räumliche Struktur und zeitliche Dynamik von Ektomykorrhizagemeinschaften in Roteichenökosystemen der Niederlausitz" wurden vielfältigen Untersuchungen zusammengefasst. Neben Standardmethoden der Probenahme im Feld entwickelte Herr Gebhardt neue innovative Ansätze, so etwa eine linienhafte Aufnahme eines kompletten Bodenmonolithen auf der Zentimeterskala und verglich verschiedene Methoden miteinander in vorbildlicher Form. Ein besonderes Augenmerk galt der Auswertung und Darstellung der Ergebnisse. Insbesondere für die neuartigen Untersuchungsmethoden auf der Zentimeterskala galt es neue Auswertungsverfahren zu entwickeln, die eine standardisierte Auswertung und Vergleichbarkeit der hohen Datenmengen auch erlaubten. Hierzu wurde ein in dieser Form neuartiger mathematischer Ansatz vorgestellt.
Zur Auswertung und Darstellung der räumlichen Verteilungen der Mykorrhizen und ihrer Korrelationen mit verschiedenen Habitatparametern kamen moderne Kriging Verfahren zum Einsatz. Diese Verfahren waren bislang eher bei Fragen im Landschaftsmaßstab zur Anwendung gekommen, eigneten sich zur Darstellung auf der Mikroskala aber ebenso und sind im Bereich der Mykologie als Novum der Ergebnisdarstellung anzusehen. Die Beschränkungen dieser Verfahren hat Herr Gebhardt gut herausgearbeitet und die Ergebnisdarstellungen für eine Interpretation betont kritisch hinterfragt. Bei aller Beschränkung erlaubte diese auch ästhetische Art der Darstellung ein anschauliches Verständnis der ökologischen Zusammenhänge wie etwa der unterschiedlichen Abhängigkeit der Abundanzverteilungen von abiotischen Parametern oder dem Einfluss der Konkurrenz auf die artspezifischen Verteilungsmuster im Boden. Dabei gelang es unterschiedliche ökologische Strategietypen zu extrahieren, die dank der neu entwickelten Auswertungsmethode auch mathematisch gut definiert sind und somit ein Tor für zukünftige Modellierungen öffnen könnten.
Wir wünschen Herrn Dr. Gebhardt für sein berufliches Weiterkommen Alles Gute und dass er der Mykologie in Deutschland auch weiterhin erhalten bleiben möge.