Ein unscheinbarer Porling eignet sich besonders gut als „Schreibtafel“ oder „Leinwand“. Und mit den Fruchtkörpern so mancher Pilze gelangen Farben auf Papier. Womöglich entdecken Sie weitere Arten für Ihr Kunstprojekt – viel Vergnügen!

 

„Malerpilz“

Viele wissen, dass sich die weiße Porenschicht des mehrjährigen, konsolenförmigen Flachen Lackporlings (Ganoderma applanatum) bei Druck sofort braun verfärbt und deshalb zum Zeichnen oder Malen verwendet werden kann. So kann man mit dem Fingernagel oder einem spitzen Stöckchen z. B. kleine lustige Bildchen zeichnen, seinen eigenen Namen oder die von anderen z. B. als Autogramm oder Erinnerungsstück verewigen.


Foto: Evelyne Moder

 

Wer mehr Farbe ins Spiel bringen will, kann seine Kunstwerke mit Aquarellfarben aufhübschen.


Foto: Evelyne Moder

 

Schmutzbecherling

Zwar steht in vielen Pilzbüchern, dass man beim Anfassen der reifen Fruchtkörper des Schmutzbecherlings (Bulgaria inquinans) schmutzige Finger bekommt, aber die Verwendung zum Zeichnen ist bisher weitgehend unbekannt. Zugegeben, mit dem etwas unförmigen Pilz kann man auf Papier nur dicke Striche von grauer bis graubrauner Farbe zeichnen, aber zusammen mit der etwas weichen gallertigen Konsistenz des Fruchtkörpers und dem Abfärben auf die Finger macht diese Verwendung gerade Kindern großen Spaß, und das ist die Hauptsache.

Die Zeichnungen verblassen selbst nach Monaten noch nicht. Außerdem ist dieser Pilz, der ab etwa September besonders gern, oft in großen Massen, auf berindeteten Stämmen von gefällten Eichen wächst, die oft am Rand von Waldwegen gelagert werden, auch für Kinder leicht zu sammeln.

 

Fenchelporling

Auch der Fenchelporling (Gloeophyllum odoratum), der auch Nadelholz wächst, ist zum Malen geeignet: Einfach ein Stück vom knolligen Fruchtkörper abbrechen und mit der Bruchfläche zeichnen. Das ergibt auf Papier hübsche gelbbraune bis rostbraune Farbtöne. Und das ganze duftet auch noch!

 

Vielleicht hat der eine oder die andere Lust, selbst nach solchen Malerpilzen oder Spaßpilzen zu suchen und diese auszuprobieren oder gar noch weitere Verwendungsmöglichkeiten von Pilzen zu entdecken.

Norbert Haiß