Gestern feierte Psathyrella cascoides seine zweite Premiere: Der erst heuer neu beschriebene Faserling hat es dank einer Initiative von Robert Schaike (Leopoldshöhe) ins Lokalfernsehen des WDR geschafft!

https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-ostwestfalen-lippe/video-neuer-pilz-entdeckt-100.html

Wir bedanken uns bei dem frisch gebackenen Pilzsachverständigen für seinen Einsatz und freuen uns, dass wir ihn seitens des Fachausschusses Öffentlichkeitsarbeit dabei unterstützen konnten.

Unser Dank gilt natürlich auch Andreas Melzer (Wiedemar), der als Gattungsspezialist den Fund DNA-technisch untersuchte, neu beschrieb und für die Medienvertreter kurzfristig folgendes Statement abgab:

Ich suchte seinerzeit einen Epitypus von Psathyrella spadiceogrisea, welcher gut zu Schäffers Aquarell (Iconotypus) passte. Und Roberts Pilz passte vorzüglich. Nur genetisch lag er leider daneben. Ich hielt ihn damals (mit anderen Kollektionen) für Psathyrella casca, wenngleich mit Fragezeichen. Wenig später lag mir eine Kollektion vor, die super zu den alten Beschreibungen von casca passte (z. B. großer, robuster Fruchtkörper). Also mussten die anderen Pilze einen neuen Namen bekommen; so entstand Psathyrella cascoides. Als Typuskollektion wählte ich eine reichhaltige aus der Gegend Zittau.

Die Art scheint weiter verbreitet zu sein als gedacht und wird wahrscheinlich oft mit spadiceogrisea verwechselt. Der Hauptunterschied (neben der Genetik) sind wesentlich seltener bohnenförmige Sporen.

 

Literatur

MELZER A (2018) Zur Kenntnis der Psathyrella spadiceogrisea-Gruppe, Teil II. Z. Mykol. 84(1): 3-28.

Bilder

Psathyrella cascoides

Psathyrella cascoides | Bild: Robert Schaike