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Grauer Leistling, Graue Kraterelle
Cantharellus cinereus (Pers.) Fr. 1821

Ein unscheinbarer Geselle ist der Graue Leistling. Mit seinen graubraunen Tarnfarben ist er schwer im Herbstlaub auszumachen. Es sei denn, er wächst zwischen gelb verfärbten Hainbuchenblättern, wie auf unserem wunderschönen Bild des Pilzfotografen und Hobby-Mykologen Marco Gebert. Mit seinem trichterförmigen Hut, den grauen Leisten auf der Hutunterseite und dem braunen Stiel ähnelt er dem Trompeten-Pfifferling. Der Fachmann erkennt schon anhand des lateinischen Namens „Cantharellus cinereus“, dass der Graue Leistling tatsächlich mit dem Pfifferling verwandt ist.

In Deutschland gibt es sogar sechs verschiedene Pfifferlingsarten. Der wohl bekannteste unter ihnen ist der beliebte Speisepilz „Cantharellus cibarius“, der Pfifferling oder Eierschwamm.

Alle Pfifferlingsarten sind sog. Mykorrhizapilze. Sie leben in Symbiose mit unseren Waldbäumen. In dieser Lebensgemeinschaft tauscht der Pilz mit dem Baum lebenswichtige Nährstoffe aus. Die Fruchtkörper des Pfifferlings, den wir im Wald sammeln können, ist jedoch nicht der alleinige Pilz. Im Waldboden wächst, für uns unsichtbar, das Pilzgeflecht des Pfifferlings. Dieses Pilzgeflecht schlägt, wie man heute weiß, von seiner Flächenausdehnung und seiner Lebensdauer alle Rekorde. Zum Beispiel kann der Hallimasch als Parasit mit seinem Pilzgeflecht viele Hektar Boden durchdringen und dabei älter werden als alle bekannten Lebewesen.

Der Graue Leistling ist, wie alle anderen Pfifferlingsarten der Gattung „Cantharellus“, durch die Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Allerdings hat der Gesetzgeber hier eine Ausnahmeregelung erlassen, die es dem Pilzgourmet erlaubt Pfifferlingsarten in geringen Mengen für den eigenen Bedarf in der Natur zu sammeln. Dies schließt demzufolge das kommerzielle Sammeln für Restaurants aus. Pfifferlinge, die auf dem Markt angeboten werden stammen hauptsächlich aus den baltischen Staaten, Russland und dem Balkan. In der Presse gab es in letzter Zeit immer wieder alarmierende Berichte über verdorbene Ware, bedingt durch die langen Transportwege und Lagerung. Hier heißt es für den Verbraucher genau hinschauen.

In Deutschland kann der Graue Leistling in jedem Bundesland gefunden werden. Er ist nicht selten unter Rotbuchen zu finden. Eine Verbreitungskarte aus dem Datenbestand der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zeigt, dass die Fundmeldungen in Deutschland mit Sicherheit noch lückig sind. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie hat den Grauen Leistling zum „Pilz des Jahres 2012“ gewählt um auch auf nahe verwandte Arten des weitbekannten Markt-Pfifferlings aufmerksam zu machen.

Der unscheinbare Graue Leistling lebt mit diversen Laubbäumen in Symbiose. | Foto: Marco Gebert

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Poster zum Pilz des Jahres 2012

Poster zum Pilz des Jahres 2012