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Becherkoralle, Kandelaberkoralle
Artomyces pyxidatus (Pers.) Jülich 1982

Licht und Schatten der Klimapolitik: Die zunehmende Nutzung von abgestorbenem Holz aus den Wäldern zum Heizen schont die Vorräte an fossilen Brennstoffen, aber sie reduziert den natürlichen Lebensraum für viele wichtige und auch seltene Organismen. Um auf dieses Dilemma hinzuweisen, hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) die Becherkoralle zum „Pilz des Jahres 2015“ gewählt.

Licht und Schatten der Klimapolitik: Die zunehmende Nutzung von abgestorbenem Holz aus den Wäldern zum Heizen schont die Vorräte an fossilen Brennstoffen, aber sie reduziert den natürlichen Lebensraum für viele wichtige und auch seltene Organismen. Um auf dieses Dilemma hinzuweisen, hat die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) die Becherkoralle zum Pilz des Jahres 2015 gewählt. Die besonders schöne und ungewöhnliche Pilzart aus der Gruppe der Korallenpilze mit dem wissenschaftlichen Namen Artomyces pyxidatus (Pers.) Jülich 1982 braucht das Totholz von abgestorbenen Baumstämmen zum Überleben. Die Gesellschaft warnt, dass die Konsequenzen des Mehrbedarfs an Holz zur biologischen Verarmung der Wälder führen und damit über den positiven Effekt einer neutralen CO2-Bilanz weit hinausgehen.

Außerhalb von Nationalparks und Naturschutzgebieten haben Bäume heute in kaum einem deutschen Wald mehr die Chance, ihre natürliche Lebenserwartung auszuschöpfen und an Altersschwäche zu sterben. Das ideale „Erntealter“ für Buchen liegt aus forstwirtschaftlicher Sicht zwischen 80 und 150 Jahren bei einer möglichen Lebenserwartung dieser Bäume von bis zu 500 Jahren. Durch Windwurf oder Schädlinge entstehendes dickes Totholz ist zwar für die Möbelindustrie nicht mehr von Interesse, bleibt jedoch trotzdem nicht im Wald liegen, weil es als wertvoller Brennstoff eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Prognosen erwarten, dass unsere Wälder in naher Zukunft wieder so „aufgeräumt“ aussehen werden, wie dies in der Umgebung größerer Städte kurz nach dem zweiten Weltkrieg der Fall war, als nahezu die gesamte Bevölkerung auf Holz als Heizmaterial angewiesen war.

Verlierer einer derartigen Entwicklung sind Tausende von Organismen, die auf totes Holz als Lebensraum angewiesen sind. Es gibt hier also einen deutlichen Widerspruch zur Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung. Die DGfM lobt deshalb die Herausnahme von Waldflächen aus der Bewirtschaftung und die Ausweisung von Altholzinseln als erste Schritte in die richtige Richtung. Die Ausweisung und der Erhalt wertvoller, natürlicher Waldbestände wie z. B. Naturwaldreservate sind ebenfalls ein wichtiger Beitrag zum Erhalt holzbewohnender Artengemeinschaften.

Allerdings ist die Becherkoralle im Moment noch keine vom Aussterben bedrohte Pilzart – ihr kommt als wärmeliebende Art der Klimawandel zugute. Derzeit gibt es noch so viel Totholz in einigen Wäldern, dass sich die Becherkoralle in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren insbesondere auf Kiefernholz in der norddeutschen Tiefebene ausbreiten konnte. Die überwiegende Zahl der Funde liegt in Stromtälern an wärmebegünstigten Stellen.

Wenn aber künftig kaum noch Nahrung für holzbewohnende Organismen bleibt, nützen Ihnen klimatische Effekte leider gar nichts.

Andere, mittlerweile sehr seltene Pilzarten wie z. B. der Eichenzungenporling Piptoporus quercinus (Schrad.) P. Karst. 1881 und der Safrangelbe Saftporling Aurantioporus croceus (Pers.) Donk 1933 sind durch den Verlust der Ressource Holz vom Aussterben bedroht.

Die Becherkoralle ist auf das Totholz von abgestorbenen Baumstämmen angewiesen. | Foto: Matthias Theiss

Dokumente

Bilder

Bild zum Pilz des Jahres 2015

Bild zum Pilz des Jahres 2015 | Bild: Dr. Matthias Theiß

Bild zum Pilz des Jahres 2015

Bild zum Pilz des Jahres 2015 | Bild: Dr. Matthias Theiß