Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie warnt Pilzsammler/innen, sich bei der Bestimmung von Speisepilzen blind auf Apps zu verlassen. Erkennungsprogramme erfordern wie Bücher ein gewisses Maß an Erfahrung bei der Pilzbestimmung. Die DGfM rät deshalb zur Verzehrfreigabe gesammelter Pilze durch ausgebildete Pilzsachverständige und Pilzberater/innen.

 

Frankfurt am Main, 14. August 2019: Acht von zehn Menschen in Deutschland nutzen heutzutage ein Smartphone (Bitkom Research 2019). Kein Wunder, dass Apps zur Identifikation von Pilzen immer beliebter werden. Sie locken damit, Pilze schnell und einfach bestimmen zu können, manchmal schon anhand eines einzigen Fotos. Das kann weniger erfahrene Sammler/innen dazu verleiten, die Vorschläge solcher Programme als korrekte Bestimmungen zu werten. Fatal, wenn dann ein Giftpilz im Korb und letztlich in der Mahlzeit landet.


Unerlässliches Grundwissen

Hierzulande sind mehr als 6.000 Großpilze bekannt, deren variables Aussehen keine App in allen Formen wiedergeben kann. Spätestens bei der Beurteilung, ob ein Vorschlag zutrifft oder nicht, sind schwer wiegende Irrtümer möglich. Deshalb empfiehlt die DGfM generell keine Apps zur Bestimmung von Speisepilzen. Stattdessen wirbt sie dafür, sich solides Grundwissen anzueignen, beispielsweise auf Lehrwanderungen und durch Pilzkurse. Auch Bestimmungsabende und Pilzausstellungen regionaler Pilzvereine eignen sich gut, um das eigene Wissen zu vertiefen.
 

Sicherheit durch Pilzberatung

Bei den geringsten Zweifeln oder mangelnden Kenntnissen sollte das Sammelgut einer bzw. einem qualifizierten Pilzsachverständigen oder Pilzberater/in zur Bestimmung vorgelegt werden. Keine falsche Scham: Es geht um die Gesundheit und schlimmstenfalls ums Leben. Ein paar Tipps zum Ablauf einer Pilzberatung geben wir auf www.dgfm-ev.de/pilzberatung. Über die dort verlinkte Kontaktliste mit Google-Maps-Karte lassen sich bequem regionale Ansprechpartner/innen finden.
  

Sinnvoller Einsatz von Pilz-Apps

Geübte Anfänger und mäßig Fortgeschrittene können die Merkmale aus Pilz-Apps kombinieren, um sich der Bestimmung eines Pilzfunds anzunähern. Dank ihrer Vorkenntnisse passieren bei der Deutung der Merkmale weniger Fehler. Zugleich frischen sie ihr Wissen auf und steigern ihre Artenkenntnis.

Ebenso lohnen sich Apps für Naturbegeisterte, die bei ihrem Spaziergang wissen wollen, welchen Pilz sie gefunden haben könnten. Als Bildatlas übertreffen sie Bücher längst durch mehr Fotos, die Fruchtkörper in verschiedenen Altersstufen und aus mehreren Blickwinkeln zeigen.

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Pressefoto

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Der rote Hut mit den weiß getupften Hüllresten sind typische Merkmale des Fliegenpilzes. (Symbolfoto: Daniel Schuster, Andreas Kunze)

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Pressekontakt

Andreas Kunze

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Interviewpartner

Harry Andersson

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Prof. Dr. Siegmar Berndt

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Über die Deutsche Gesellschaft für Mykologie

Gegründet 1921, vertritt die DGfM die Interessen von Pilzfreunden und Mykologen in ganz Deutschland. Sie definiert die Qualifikationen zum PilzCoach, zur/zum Pilzsachverständigen und universitär geprüften Fachberater/in für Mykologie. Die DGfM gibt die „Zeitschrift für Mykologie“ sowie das englischsprachige Journal „Mycological Progress“ heraus. Zudem veranstaltet sie Fachtagungen und vergibt Förderpreise für besondere mykologische Forschungstätigkeiten. Seit 1994 kürt die DGfM alljährlich den „Pilz des Jahres“. Als nichtstaatliche Organisation setzt sie sich für den Arten- und Biotopschutz von Pilzen ein. Sie koordiniert die bundesweite Pilzkartierung und veröffentlicht auf www.pilze-deutschland.de Fotos und Verbreitungskarten.

Bilder

Der rote Hut mit den weiß getupften Hüllresten sind typische Merkmale des Fliegenpilzes.

Der rote Hut mit den weiß getupften Hüllresten sind typische Merkmale des Fliegenpilzes. | Bild: Andreas Kunze, Daniel Schuster