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Unsere News informieren Sie über die faszinierende Welt der Pilze inklusive den Zeitschriften und dem aktiven Vereinsleben unserer Gesellschaft.

 

Xyris-Blüte mit Pseudoblüte durch Fusarium xyrophilum

Sie sehen aus wie Blüten und geben wie diese Duftmoleküle ab: Die von der Pilzart Fusarium xyrophilum hervorgebrachten Gebilde täuschen sogar bestäubende Insekten. Forscher fanden die perfekten Nachahmer in Guayana und lüfteten einige ihrer Geheimnisse im Labor.

Zeichnung mit Sumpfwallabys

Sumpfwallabys fressen für ihr Leben gern Pilze. Davon profitieren nicht nur sie, indem sich ihr Magen füllt. Die Beuteltiere verteilen die Sporen in erstaunlich großer Entfernung, was die Mykorrhiza-Pilze maßgeblich bei ihrer Ausbreitung unterstützt.

Gelbliche Koralle (Ramaria flavescens)

In der Sendung „SWR2 Leben“ erschien am 12. Februar 2021 eine Folge über unser Mitglied Klaus Wechsler. Der Pilzpräparator aus Bremen ist für seine besonders realistischen Pilzmodelle bekannt. Als Vorlagen dienen echte Fruchtkörper, die zunächst mit Silikon abgeformt werden. Diese Negativformen werden dann mit Epoxydharz ausgegossen. Zuletzt werden die Modelle naturgetreu mit Ölfarben koloriert. Diese Passion teilt auch Klaus Wechslers Frau.

Die Stiele von Roridomyces phyllostachydis leuchten grünlich im Dunkeln.

Wissenschaftler fanden 2020 im indischen Bundesstaat Meghalaya gleich mehrere unbekannte Pilzarten. Im Fall von Roridomyces phyllostachydis beeindruckt vor allem eine Besonderheit: Das Pilzgeflecht und die Stiele der filigranen Fruchtkörper leuchten im Dunkeln grünlich. Bei Tageslicht erscheinen die nur wenige Zentimeter großen Hutpilze dagegen unauffällig hellbraun bis schmutzigweiß.

Alpen-Rentierflechte (Cladonia stellaris)

Aufgrund spärlicher Hinweise auf Sporen wurde bislang von einer asexuellen Fortpflanzung bei Rentierflechten ausgegangen. Demnach sollen abgelöste Flechtenteile zu größeren Exemplaren heranwachsen. Dann müsste das genetische Material gleich sein, weil sie gewissermaßen allesamt Klone darstellen würden. Forschern fiel jedoch bei ihren Untersuchungen einer Probenreihe aus Kanada eine erstaunlich hohe genetische Vielfalt auf, die nicht zur verbreiteten Annahme passt.

Gedruckte Form aus feinkörnigem Pflanzensubstrat-Pilzgeflecht-Gemisch

In Deutschland untersuchen Forscher, wie sich aus Pilzen Materialien zum Absorbieren von Schall herstellen lassen. Hierzu werden im Labor Pilze auf feinkörnigem, pflanzlichem Substrat angebaut. Ein 3D-Drucker bringt das Substrat-Pilz-Gemisch in eine beliebige Form. Danach wird die Form von den Myzelfäden durchwachsen und stabilisiert. Zuletzt wird die Form im Ofen fixiert, indem der Pilz durch Hitze abgetötet wird.

Flyer Pilzfotowettbewerb „Mein schönster Pilz“

Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie veranstaltet anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens einen Pilzfotowettbewerb. Das Motto lautet „Mein schönster Pilz“. Alle interessierten Naturfreundinnen und -freunde können sich daran beteiligen. Die DGfM wird dabei durch die naturgucker.de gemeinnützige eG unterstützt.

Logo des Pilzpodcasts

„Direkt aus dem Wald in Eure Ohren kommt unser Pilzpodcast daher, um Euch Interessantes, Skurrilles und Wissenswertes aus dem Reich der Pilze zu präsentieren.“ Den Autoren zufolge richtet sich der Podcast an alle, die gerne in die Pilze gehen oder es schon immer vorhatten. Die Themen reichen von der Vorstellung und dem Vorkommen interessanter Pilze über Zubereitungstipps bis hin zu giftigen Verwechslungsmöglichkeiten von Speisepilzen und weitere pilzrelevante Dinge.

Baranowskiella ehnstromi, Europas kleinster bekannter Käfer

Medienberichten zufolge konnte Europas kleinster bekannter Käfer jetzt auch im Nationalpark Harz nachgewiesen werden. Baranowskiella ehnstromi wird maximal 0,7 Millimeter lang und ist kaum dicker als ein menschliches Haar. Der braune Winzling aus der Familie der Federflügler wurde durch eine gezielte Suche in den Fruchtkörpern (Frk.) des Muschelförmigen Feuerschwamms (Phellinus conchatus) aufgespürt.

Fruchtkörper des Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica)

In der Natur heißt es oft: Pilz gegen Pilz. Der Eichen-Leberreischling oder die Ochsenzunge (Fistulina hepatica), auf Englisch „beefsteak fungus“, enthält einen potenten Wirkstoff gegen bestimmte Schlauchpilze. Dieses neu entdeckte Biomolekül namens „Feldin“ könnte sich zudem als Helfer im Kampf gegen für Menschen gefährliche Pilze wie Candida albicans eignen.

Titelbild der Mycological Progress

Molekulargenetische Untersuchungen bieten spannende Einblicke in die Verwandtschaftsverhältnisse von Pilzgattungen – so auch im Fall von Mycosphaerangium and Neomelanconium, die laut einer Studie aus Österreich engste Verwandte sind. Forscher aus Tschechien analysierten, welche Großpilze auf Weiß-Tannen (Abies alba) in alten Wäldern wachsen. Über zahlreiche weitere Pilzarten aus allen Teilen der Welt von Südamerika bis nach Asien informiert die „Mycological Progress“. Wir werfen einen Blick auf die facettierten Inhalte der jüngsten drei Ausgaben.

Diese Blattschneiderameise aus Costa Rica lebt in derselben geografischen Region wie die in der Studie untersuchte Art.

Die in Zentralamerika beheimatete Blattschneiderameise Acromyrmex echinatior ist dank einer anatomischen Besonderheit auffallend resistent gegen Verletzungen und Pilzinfektionen, wie eine jüngst veröffentlichte Studie belegt: Winzige Kristallplättchen aus Kalzit mit einem hohem Magnesiumanteil bedecken die Insekten und bilden dadurch einen natürlichen Körperpanzer.

Der Wirkstoff Psilocybin hat sich in einer kleinen US-amerikanischen Studie als wirksam bei Major Depression gezeigt, eine Form der Depression mit Nebensymptomen wie Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und ein geringes Selbstwertgefühl. Das aus „Zauberpilzen“ (Magic Mushrooms) gewonnene Psychedelikum wirkte schnell und konnte den Zustand der Probanden deutlich verbessern.

Ein Zuckerrohr-Ambrosiakäfer frisst die an der mit Nahrungspilzen bewachsenen Tunnelwand

Pilze dienen vielen Tieren als Nahrung, darunter auch verschiedenen Käfern. Zuckerrohr-Ambrosiakäfer gehen noch weiter als die meisten Käferarten: Sie züchten Pilze gezielt und pflegen sie gemeinschaftlich. Darüber hinaus konnten die Forscher in den Bohrgängen von Xyleborus affinis fünf Pilzarten nachgewiesen werden.

Die Früchte mykorrhizierter Tomaten schmecken süßer.

Neben vielen weiteren Pflanzenarten können auch Tomaten von Partnerschaften mit Mykorrhizapilzen profitieren – sogar in Gewächshäusern. Durch diese Vernetzung brauchen sie weniger Phosphatdünger und die Früchte schmecken süßer. Damit das funktionieren kann, ist ein passendes Substrat erforderlich. Dies sind die Ergebnisse einer aktuellen Studie aus Deutschland.

Die Flechtenlager (rot) sind in die Oberfläche der Körner (grün) eingebettet.

In extremen Lebensräumen wie der Atacama-Wüste in Südamerika haben Einzelkämpfer oft das Nachsehen. Lebensgemeinschaften aus Pilzen und Algen – Flechten – sind hingegen nicht nur gemeinsam stark, sondern können sogar die Landschaft verändern und spielen bei der Bodenbildung eine Rolle. Das hat jüngst ein Team um Dr. Patrick Jung von der Hochschule Kaiserslautern belegen können.

Mykorrhiza-Pilze machen Bäume robuster.

Extreme Hitze und lange Dürreperioden treten infolge der globalen Erwärmung zusehends häufiger auf und setzen den Bäumen zu. Derzeit werden verschiedene Ansätze diskutiert, um die Wälder vor dem „Klimastress“ zu schützen. Bodenpilze wurden bislang kaum berücksichtigt, könnten dabei aber eine große Rolle spielen. Das belegen Untersuchungen, die jüngst im Journal of Ecology veröffentlicht wurden.

Grünling (Tricholoma equestre)

Die DGfM hat den Grünling (Tricholoma equestre) während der Herbsttagung des Landesverbands der Pilzsachverständigen in Sachsen-Anhalt (LVPS) in Klietz zum „Pilz des Jahres 2021“ gekürt. Die Charakterart sandiger Kiefernwälder galt bis kurz nach der Jahrtausendwende als ergiebiger, schmackhafter Speisepilz. Dann wurden nach Verzehr des Pilzes schwere Fälle von Muskelzersetzung bekannt, die teils tödlich endeten.

Milchbrätling (Lactifluus volemus), ein leckerer Speisepilz

Am 29.9.2020 ging es in der Sendung „SWR2 Forum“ eine Dreiviertelstunde lang um Pilze. Moderator Burkhard Müller-Ullrich sprach mit Peter Karasch und Dr. Rita Lüder, beide aus dem Präsidium der DGfM, sowie dem Schriftsteller und Pilzkundler Till R. Lohmeyer. Unter dem Titel „Hallimasch und Totentrompete – Warum sind Pilze so besonders?“ griffen die drei Pilzexperten zahlreiche Themenaspekte auf.

Symbolfoto: radioaktiv belasteter Maronenröhrling

34 Jahre nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl sind einige Pilzarten vor allem in Süddeutschland nach wie vor stark mit Cäsium-137 belastet. Das geht aus dem aktuellen Pilzbericht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) hervor.